Teil 2 - Geschichte der Riebeckbrauerei und deren Niederlage in Hermsdorf

 
   
 
Die Riebeck-Brauerei wurde 1861 von Karl-Adolph Riebeck (*27.09.1821 † 28.01.1883) in Leipzig gegründet. Der Brauereigründer hat sich erst spät mit dieser Materie beschäftigt. Er kam ursprünglich aus dem Kohletagebau, wo er als „Kohlenjunge" (entspricht heutige dem Hauer) begann und ein großes Imperium von Kohlegruben und Metallschmelzen geschaffen hatte. Das Logo der Riebeck-Brauerei, die Feuerkugel, stammt aus dieser Zeit, sie stellt eine Gussform dar, in der geschmolzenes Metall enthalten ist, wie sie früher verwendet wurde.
 
Brauwesen in Hermsdorf   Brauwesen in Hermsdorf
Das Logo der Riebeck-Brauerei wurde über die Jahre etwas verändert.
Immer enthalten war aber die Feuerkugel, rechts ein Anstecker zum Firmenjubiläum 1978 (4o Jahre Riebeck Gera).
 

Zum Riebeck-Konzern gehörten vier Brauereien:

  • Der Stammsitz war die Leipziger Bierbrauerei in Reudnitz Riebeck GmbH & Co. AG,
  • die Brauerei in Gera, in
  • Altenburg (Der VEB Riebeck-Brauerei Altenburg wurde 1948 aus der Altenburger Zweigniederlassung der Riebeck-Brauerei AG Leipzig gebildet. Später firmierte er als VEB Altenburger Brauerei. Seit Ende der siebziger Jahre gehörte die Brauerei zum VEB Getränkekombinat und wurde 1990 aufgelöst.) und
  • Erfurt.

Die Brauereien in Altenburg und Riebeck (bestehen heute nicht mehr) wurden am 16.04.1921 in den Riebeck-Konzern eingegliedert. Die Erfurter Braustätte (heute Braugold Brauerei) wurde bereits am 01.04.1904 zum Riebeck-Konzern zugeschlagen. Neben diesen vier Braustätten war der Riebeck-Konzern an mehr als einem Dutzend weiteren Brauereien beteiligt, so z.B. an der Vereinsbrauerei Greiz, der Aktienbrauerei Magdeburg, Vereinigte Brauerei Meiningen, Bürgerliches Brauhaus Saalfeld, Vereinsbrauerei Zwickau, Vereinsbrauerei Torgau, Vereinsbrauerei Apolda, Bergbrauerei Riesa, Aktiebrauerei Greußen und andere, die Beteiligungen lagen zwischen 40 % und 85 %.

 
Niederlage Hermsdorf
 
 

Bekannt sind folgende Niederlagen der ehemaligen Riebeck Brauerei:

Sachsen:            Freiberg, Geithain, Grimma, Nieder-Elsdorf, Regis-Breitingen, Rötha, Wurzen
Thüringen:           Bad Tennstedt, Bleicherode, Ebeleben, Friedrichroda, Gotha, Hermsdorf, Bad Langensalza, Neudietendorf, Niederwiera, Ronneburg, Sömmerda, Thal
Sachsen-Anhalt:  Bitterfeld, Bretleben, Bad Düben, Eilenburg, Gräfenhainichen, Halle, Lützen, Merseburg, Mücheln, Sangerhausen, Weißenfels.
Es ist anzunehmen das dieses früher alle teilweise alte Braustätten waren, in der Niederlage Hermsdorf wurde aber nie Bier gebraut.

Auch in schweren Zeiten - über Kriege, Inflation und Wirtschaftskrise hinweg - behauptete sich das Unternehmen am Markt. Im 2. Weltkrieg mehrfach von Bombenangriffen heimgesucht, ging die Produktion dennoch weiter. 1946 als Großkonzern enteignet und dann - als VEB Riebeck-Brauerei - verstaatlicht. Später (im Verbund mit weiteren Brauereien) als VEB Sachsenbräu produzierend und ab 1968 als Stammbetrieb des VEB Getränkekombinat Leipzig. Veraltete Produktionsanlagen und schlechte Rohstoffqualitäten machten das Bier aus Reudnitz weder zur Bückware noch zum Devisenersatz.

 

Chronik der Riebeck-Brauerei -Gera:

1862 gegründet
1870 Brauerei Kroetsch und Ehemann
1874 Baierische Dampfbierbrauerei Pforten
1920 Actienbrauerei Pforten bei Gera
1921 Altenburger Aktienbrauerei, Abt.Pforten
1938 Leipziger Bierbrauerei zu Reudnitz, Abt .Gera
1940 Riebeck Brauerei Gera
1948 Volkseigentum
1952 VEB Riebeck Brauerei Gera
1969 VEB Köstritzer Schwarzbierbrauerei Köstritz, Werk Gera
1984 schließt in Gera die Riebeck Brauerei endgültig. Fast alle Gebäude wurden in den nach der Wende für den Bau der Süd-Ost-Tangente, abgerissen.

 

Im Jahr 1996 übernahm die Riebeck Holding die Braugold Brauerei Riebeck in Erfurt. Zur Riebeck Holding gehören die:

  • Braugold Brauerei Riebeck GmbH & Co.KG, Erfurt
  • Eisenacher Brauerei GmbH, Eisenach
  • Wernesgrüner Brauerei AG, Wernesgrün

Der Bierausstoß betrug im Jahr 1935 rund 900.000 Hektoliter. Die Riebeck-Brauereien waren zur damaligen Zeit bereits sehr sozial eingestellt, was nicht selbstverständlich war. So ist aus alten Bilanzen zu entnehmen, dass bereits in den 1930er Jahren Weihnachtsgeld gezahlt wurde. Durch Krieg und Sozialismus wurde die Erfolgsgeschichte der Riebeck-Gruppe beendet, Nach dem Krieg wurden alle Braustätten zu volkseigenen Kombinaten. Nach der Wende wurde die Marke Riebeck wieder neu durch Herrn Aumer angemeldet und später an Braugold Brauerei Riebeck GmbH & Co.KG, Erfurt verkauft. Er hatte auch gleichzeitig die ehemalige Geraer Braustätte als Immobilie erworben, wo jedoch kein Bier mehr gebraut werden konnte.

Im Jahre 1990 wurde Riebeck Premium Pilsener wieder eingeführt und wird heute durch die Braugold Brauerei vertrieben.

Aus der Geschichte der Niederlage Hermsdorf:

 
Eissäger etwa um 1925
Eissäger etwa um 1930
Für die Kühlung von Bier und Fleischwaren wurde im Winter Eis gesägt und in Kühlhäuser eingelagert.
 



Bereits 1914 (siehe Teil 1) wurde für die Kantine der HESCHO eine Schankerlaubnis erteilt.
Am 01.12.1944 erhielt Paul Güthler die Konzession. Diese wurde am 24.08.1945 entzogen und
weiter durch Betriebsangehörige als Kantine bewirtschaftet.
 
Schank-Erlaubnis für Richard Kraft vom 14.06.1946 Schank-Erlaubnis Egon Schiller vom 04.07.1947
Schank-Erlaubnis für Richard Kraft vom 14.06.1946
im Haus der Bergstraße 7.
Schank-Erlaubnis Egon Schiller vom 04.07.1947
in der Kantine des Quarantänelagers (Ost-Lager).
 
Lieferschein vom vom 17.12.1947 der Riebeck-Brauerei, Niederlage Hermsdorf, an die Komunbrauerei Bad Klosterlausnitz.
Lieferschein vom vom 17.12.1947 der Riebeck-Brauerei, Niederlage Hermsdorf, an die Komunbrauerei Bad Klosterlausnitz.
 
Lieferschein vom vom 17.12.1947 der Riebeck-Brauerei, Niederlage Hermsdorf, an die Komunbrauerei Bad Klosterlausnitz.
Lieferschein vom vom 15.08.1953 der VEB Riebeck-Brauerei, Niederlage Hermsdorf, an die Komunbrauerei Bad Klosterlausnitz.
 
Die Riebeck-Niederlage (siehe auch Bildergalerie) wurde nach 1920 eröffnet, 1969 durch die VEB Köstritzer Schwarzbierbrauerei übernommen und am 30.04.1974 geschlossen. Bis 1978 blieb das Objekt leer und dann zum Seniorenklub der Volkssolidarität umgebaut. Heute ist es Bestandteil des Hotels und der Gaststätte "Zum Schwarzen Bär". Im Bereich der ehemaligen Niederlage befindet sich heute die Wohnung der Wirtsleute, die Bowlingbahn und der Saal.
Die Riebeck-Niederlage (siehe auch Bildergalerie) wurde nach 1920 eröffnet, 1969 durch die VEB Köstritzer Schwarzbierbrauerei übernommen und am 30.04.1974 geschlossen. Bis 1978 blieb das Objekt leer und dann zum Seniorenklub der Volkssolidarität umgebaut. Heute ist es Bestandteil des Hotels und der Gaststätte "Zum Schwarzen Bär". Im Bereich der ehemaligen Niederlage befindet sich heute die Wohnung der Wirtsleute, die Bowlingbahn und der Saal.