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Bedeutung der Begriffe aus dem Schreiben
Konsistorium = Kirchenrat
Inspektion = Kircheninspektion
Thl = Taler, nur gültige Währung des Monarchen, der 1825
Hermsdorf regierte
eilf = altdeutscher Ausdruck für die Zahl 11
Capital Stock = die heutige Formulierung lautet „Fördermittel“
2 pro Cent = 2%
3 pro Cent = 3%
alte Schock = in Mitteldeutschland übliches Zahlungsmittel (Geld)
bis
Anfang des 18. Jahrhunderts
aerariis = heutige Formulierung Personen bzw. Gesellschaften
bzw. Körperschaften bzw. Städte bzw. Gemeinden
Reskript = Antwortschreiben
Superintendentur = Kirchenverwaltung
Kapitalstock der Kirche = die heutige Formulierung lautet „Fördermittelfond“
Opulenz = Bittstellung bzw. Vortrag eines Anliegens
Aerar = Vorsteher, Obrigkeit
Groschen = Zahlungsmittel in (Geld) bis zur Schaffung der
bismarckschen deutschen Einheit
Pfarrer Thienemann = Georg Gottlob Thienemann war 1811 - 23.11.1824
Pfarrer in Hermsdorf
Zitat Beginn:
Wie die
Gemeinde Hermsdorf im Jahre 1825 bei Anschaffung einer neuen Feuerspritze
aus dem Kirchenvermögen unterstützt wurde.
Die Feuerspritze
der Gemeinde Hermsdorf war in einem sehr üblen Zustand und leistete
„beinahe gar keine Dienste mehr“. Es sollte deshalb nach dem
Wunsch der Gemeinde nicht nur eine neue Feuer-spritze angeschafft, sondern
auch die alte repariert werden.
Die Gemeinde wandte
sich durch den damaligen Pfarrer Thienemann an die Kircheninspektion für
Hermsdorf in Eisenberg und bat, ihr den 3. Teil zu diesem Aufwande aus
dem Kirchenvermögen zu gewähren.
Die Inspektion
trug Bedenken, das Gesuch dem Konsistorium vorzutragen, da ihr die Forderung
zu hoch im Verhältnis zu dem Beitrag der Gemeinde schien.
Bei Abnahme der
Kirchrechnung im November 1825 wurde die von dem Glocken- und Rotgießer
Zeitheim aus Kraftsdorf gefertigte Spritze in Gegenwart der Inspektion
probiert und für vollkommen gut angesprochen.
Bei dieser Gelegenheit
wiederholte die Gemeinde ihren Wunsch und berechnete den Aufwand ein-schließlich
der neuen Schläuche und Schlangenrohre mit 400 Thl und reichte zugleich
die Abschrift eines Schreibens vom Jahre 1777 ein, aus dessen Inhalt folgendes
für uns wissenswerte angeführt sei:
Damals war den
Gemeinden auf Antrag des Kreisamts Eisenberg für die im Amtsbezirk
„an zu schaf-fenden eilf Feuerspritzen ein Beitrag von den Kirchen
Capital Stöcken“ angesonnen worden. Derselbe möchte bei
einem Kapitalstock von unter 500 alte Schock „2 pro Cent“
und bei einem von über 500 alte Schock „3 pro Cent“ betragen.
Dieser Beitrag war „ein vor allemal“ gedacht und es sollte
„für das Künftige zur Erhaltung derselben nichts angesonnen
werden“. Das Konsistorium trug damals Beden-ken, dem Antrage, soweit
vermögende aerariis in Frage kommen, beizupflichten und stellte in
dem Reskript von 1777 der Inspektion „die diesfaltige Einrichtung
lediglich anheim“. Die Superintenden-tur sollte „das weitere
Nötige“ dieserhalb besorgen.
Soweit das Reskript
des Konsistoriums vom 9.10.1777 nach der Abschrift.
Die Gemeinde hoffte,
dass ihr jetziger Wunsch erfüllt werden würde. Der Kapitalstock
der Kirche war damals so beschaffen, dass bei einer 3%igen Gabe ungefähr
die erforderliche Summe erreicht werden würde. Deshalb wurde das
Gesuch dem Konsistorium, nachdem die Inspektion es befürwortet hatte,
vorgetragen und dem Ermessen des Konsistoriums empfohlen.
Am 29.11.1825
gewährte das Konsistorium „bei der Opulenz des dortigen“
(Hermsdorfer) „Aerariis, jedoch ohne Konsequenz, den von der Kommune
Hermsdorf dargelegten Wunsch gemäß“, eine Be-willigung
aus dem Kirchenvermögen von 100 alte Schock (ein alter Schock = 20
Groschen).
Zitat Ende
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