Ehemalige Gaststätte ''Thüringer Hof'' - besser als ''Drecksche Schürze" bekannt |
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Die Gaststätte ''Thüringer Hof'' war eine der ältesten Gaststätten von Hermsdorf. Nur die Gaststätten ''Zum Schwarzen
Bär'' (Ersterwähnung 1173) und ''Zur Linde''(Ersterwähnung 1612) sind nachweislich
noch älter.
In Hermsdorf, aber auch darüber hinaus, war die Gaststätte unter
dem Spitznamen ''Drecksche Schürze'' oder einfach ''Schürze''' bekannt.
Viele Hermsdorfer denken, dieser Name hätte etwas mit dem Personal
und den Gästen, insbesondere den damaligen Werktätigen des größten
Betriebes der Stadt, den Keramischen Werken Hermsdorf zu tun. Diese kamen
in den Arbeitspausen in ihrer Berufsbekleidung ''über die Strasse''
in die ''Dregsche Schürze''.
Tatsächlich hat diese Bezeichnung aber einen anderen Ursprung.
In den 1920er Jahren hatte die damalige Besitzerin
der Gaststätte Anna Poser hinter dem Haus einen kleinen Garten, in
dem sie oft verweilte und Arbeiten verrichtete. Ging sie dann wieder
in die Gaststätte, wischte sie sich ihre Hände an der Schürze
ab, die dann entsprechend aussah. Daher bekam die Gaststätte von
den Gästen den
Namen. Wie im Holzland üblich
und typisch wurde dieser Name über Generationen weitergegeben und
beibehalten. Dies ist nicht nur bei Objekten so sondern auch bei Personen.
Zu DDR-Zeiten war der ''Thüringer Hof'' eine HO
- Gaststätte, selbst über diese Zeit blieb der Spitzname erhalten. |
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| Thüringer Hof
ca. 1930. |
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Bahnhofstrasse
(heute Eisenberger Strasse) - rechts im Bild das Gebäude mit dem runden Balkon, war die ''Villa Koch'' Wohnhaus des 1. Direktors des Porzellanwerkes. Später Wohnhaus und Verwaltung der
HESCHO. Zu DDR Zeiten das Kulturhaus
von Hermsdorf wurde es 1991 geschlossen, später zum Wohn- und Geschäftshaus umgebaut.
Die Gaststätte ''Thüringer
Hof'' ist das zweite Haus auf der linken Seite. Übrigens - die Bezeichnung oben links neben Hermsdorf " S.A. "
bedeutet Sachsen-Altenburg. Altenburg war Regierungssitz
von Hermsdorf.
Die damalige
Bahnhofstrasse - heute Eisenberger Strasse - der Thüringer Hof befindet
sich im dritten Hausvon links, im ersten
Bild oben das Haus mit den drei Streifen auf der Giebelseite. |
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| Blick aus der Gaststätte "Thüringer Hof" (Schürze) in den Biergarten 1929 - rechts oben am Bildrand Baustelle des Gemeindehauses August-Bebel-Str. 10 und 12
(damals noch Uhlandstraße).
Die Dame unter dem Baumlinks ist unbekannt, ebenfalls der Herr. Die Frau rechts ist die Gastwirtin Anna Poser, von ihr erhielt die Gaststätte den Spitznamen "Drecksche Schürze" oder kurz "Schürze".
Klick im Bild oben auf die Baustelle für großes Bild oder auf die Dame / Wirtin für Ausschnittvergrößerungen. |
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Bekannte Gastwirte sind:
Bis 1925 Hugo und Anna Poser
1925 - 1928 Franz Lorenz
1948 - 1952 Alfred Dölz
Zu DDR Zeit HO-Gaststätte, unter anderen Walter Schmidt.
Nach der Wende ging die Gaststätte in Privatpacht an Familie Peuckert.
Zunächst war Frank Peuckert der Wirt, er gab es aus gesundheitlichen Gründen dann an seine Frau Gisela ab und Tochter Heike ab.
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| Auch dieses Foto ist schon
wieder historisch, da die Kreuzung umgebaut und die Straße saniert wurde. |
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| Foto von 2003 |
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| Foto 2010 |
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| Am 31.03.2011 schloss die Gaststätte für immer. Am 01.04.2011 verabschiedeten sich Gisela Peuckert und ihre Tochter Heike Peuckert verh. Löbner
von ihren Gästen und Freunden mit einer kleiner Feier.
Gisela Peuckert wird nun ihren Ruhestand genießen, Tochter Heike kehrt zurück in ihren Beruf und arbeitet in der Mikroelektronik.
Die Räume werden jetzt vom Raumausstatter Schmidt genutzt, auf alle Fälle nicht mehr als Gastwirtschaft. |
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