Familie Liebeskind stammt aus Schleifreisen. Der Vater Walter Liebeskind war in der Optikerfachschule in Jena Lehrer und lange Jahre Betriebsleiter im Werkstattbereich.
Sein Sohn Horst Liebeskind, wurde 1926 geboren und besuchte von 1933 bis1941 die Schule in Hermsdorf. Von 1941 bis 1943 absolvierte er eine Lehre als Optiker in Jena. Noch 1943 wurde er zum Arbeitsdienst und kurz darauf zur Wehrmacht eingezogen. Er kam 1944 in Gefangenschaft, aus der er 1946 entlassen wurde. Von 1947 bis 1948 absolvierte er erfolgreich die Meisterschule mit dem Abschluss als Optikermeister. Vater Walter verkehrte mit dem damaligen Hermsdorfer Bürgermeister Wilhelm Sperhake, obwohl beide unterschiedlich politische Ansichten vertraten. So kam es, dass Sohn Horst zum Bürgermeister geschickt wurde, um dort wegen eines Optikergeschäftes vorzusprechen. Hier wurde er von Bürgermeister Sperhake gefragt, ob er denn zuvor bereit sei, eine „Borkenkäferaktion“ von sechs Wochen mitzumachen. Dies sagte er zu und es folgte im Raum Suhl, in einem teils verbrannten Wald, der Einsatz um Borkenkäfer zu sammeln. Horst Liebeskind eröffnete am 01.04.1948 - damals als erster Optiker in Hermsdorf - sein Geschäft. Dies war zunächst reichlich primitiv, mit Geschäftszeiten im Ratskeller. Er reiste dazu mit einem kleinen Köfferchen an. Ratskellerwirt war zu dieser Zeit Wilhelm Odenthal. Übrigens war auch der Onkel von Horst Liebeskind - Willy Seliger - vor Odenthal und bereits in den 1930-er Jahren Ratskellerwirt.
Kurze Zeit später wurde in der Eisenberger Straße 10 das erste Geschäft eröffnet. Dieses Haus gehörte dem Elektromeister Georg Curt Beyer. Dessen Frau Liska, geborene Eschenbach, hatte es mit in die Ehe eingebracht. Vater Richard Eschenbach hatte im späteren Optikergeschäft eine Sattlerei und ein Tapezierergeschäft. Heute befindet sich darin das Geschäft von Frank Schneider (Fernseh- und Radiogeräte). In dieser Zeit machte sich der Mangel an Fassungen und Brillengläsern besonders bemerkbar. Man machte das Beste daraus, um den Brillenträgern zu helfen.
Ab dem Jahr 1963 erfolgte eine erhebliche Erweiterung des damals größten Betriebs der Stadt, den Keramischen Werken. Diese Erweiterung ging einher mit dem Anstieg der Bevölkerungszahl. Das Geschäft entsprach nicht mehr den Erfordernissen und Horst Liebeskind verlegte es ein paar Häuser weiter, in die Eisenberger Str. 14. Dort befand sich zuvor der Laden von Hermann Schlegel (Zigarren, Spirituosen, Süßwaren u.a.).
Im Jahr 1988 übergab Horst Liebeskind das Geschäft an seine Tochter Edda Liebeskind verheiratete Götz. Über 30 Jahre prägte er das Geschäft und war für die Hermsdorfer und im Umland ein Begriff für Kundenfreundlichkeit und Qualität. Er selbst arbeitete noch einige Jahre im Geschäft mit, um dann in den verdienten Ruhestand zu gehen. Dieser Ruhestand sieht aber auch noch heute so aus, dass er nach wie vor noch Hausbesuche durchführt. Seine Frau Lore hatte über Jahrzehnte im Geschäft mitgearbeitet. Sie hätte sich über dieses 60 jährige Jubiläum sehr gefreut, verstarb aber leider im Februar des Jahres.
Im November 1991 erwarb Edda Götz, die 1979 den Meisterabschluss erwarb, das Haus Eisenberger Str. 08 und baute dies zum neuen Geschäftssitz und Wohnhaus um. Im Mai 1992 war Geschäftseröffnung. Am 01.09.1997 wurde der Geschäftssitz nochmals verlegt und wird seither von Edda Götz in die Goethestraße geführt. In zentraler Lage und modernen Ambiente, wird für jeden Geldbeutel etwas geboten. Seit nunmehr 20 Jahren steht ihr Gabriele Herold zur Seite.
Die Firma Augenoptik Liebeskind, heute von der Tochter des Gründers Edda Götz in seinem Sinne weitergeführt, genießt unter den Kunden hohes Ansehen und Anerkennung.
Qualität, Kundenfreundlichkeit sowie ein gutes Preis-Leistungsverhältnis sind ihr Markenzeichen. |