Karl Ziche - Schneidermeister

* 05.06.1905 Goile [1] Provinz Posen
31.08.1988 Hermsdorf
 
Bildergalerie
 
  • Karl Ziche wurde in Goil geboren, sein Vater war Maurer, die Mutter arbeitete in der Landwirtschaft, die Familie hatte acht Kinder.
  • Die Schule besuchte Karl Ziche ab 1911 in Goil. In Wollstein erlernte er den Schneiderberuf.
  • Die Familie ging dann nach Steinfurth (Brandenburg). Mit seinem Vater führte Karl dort eine Gastwirtschaft und ein Kino.
  • Am 25.07.1929 kam er 24-jährig nach Hermsdorf. Er hatte auf eine Zeitungsanzeige des Schneidermeisters Otto Köhler aus der Schulstraße 14 geantwortet und die Anstellung erhalten. Das Geschäft wurde später noch durch eine Schneiderin Hampel geführ. Karl Ziche wohnte zuerst in der Schulstraße 3 bei Hädrich, bevor er das Haus Bahnhofstr. 29 kaufte.
  • Am 22.04.1931 erteilte ihm der Gemeindevorstand Hermsdorf auf Antrag den Gewerbeschein als Herren-Maßschneider.
  • Am 23.06.1931 begann er sein Geschäft in der damaligen Bahnhofstraße 29, heute Eisenberger Straße 73 (siehe auch hier). In dem 1877 erbauten Haus führten vorher der Glasermeister Friedrich Bauer [2] , nach ihm sein Schwiegersohn Glasermeister Hermann Schnacke [3] ihr Geschäft.
  • Im Jahr 1939 schloss Karl Ziche erfolgreich die Meisterprüfung als Herrenschneider ab.
  • Er führte dort sein Schneidergeschäft bis 1978. Über längere Zeit hatte er zwei, zeitweilig bis sechs, Angestellte.
  • Die Ehefrau von Karl Ziche, geborene Sperhake (Schwester des Bürgermeisters), arbeitete im Geschäft mit. Beide hatten am 18.05.1932 geheiratet. Aus der Ehe gingen die Kinder Rosemarie und Karl-Heinz hervor.
  • Auch noch als Rentner blieb er seinem Beruf treu und erfüllte noch manchen Kundenwunsch.


Der Gewerbeschein vom 22.04.1931


Polizeiliches Führungszeugnis vom 04.05.1939
für die Meisterprüfung beantragt.

Ausweis der Handwerkskammer Gera


Karl Ziche war Mitglied der SPD, Ortsgruppe Hermsdorf (Ausweis von 1945)

       
 Elisabeth Ziche                                        Aufnahme aus dem Jahr 1960

      (geborene Sperhake)                        von links: Valeska Gütler, Heinrich Kupisch
     mitarbeitende Ehefrau                                 Rudolf Stingel
[4] und Karl Ziche

Nicht auf dem Foto, aber dort als Schneider beschäftigt waren auch noch Walter Nölle „Pumpenelle“ auch „Bumbus“ und Erich Feist.

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[1] Heute Gola Polen (Goile, 1936 - 1945: Rodenheide), 241 Einwohner

[2] Friedrich Bauer hatte das Haus errichtet und führte dort bis 1912 seine Glaserrei.

[3] Hermann Schnacke war der Schwiegersohn von Friedrich Bauer, er hatte die Tochter Olga Bauer geheiratet. Er führte die Glaserei bis in die
   1930-er Jahre weiter. Mit einem Motorrad war er auf der Bahnhofsbrücke Hermsdorf tödlich verunglückt.

[4] Gütler, Kupisch und Stingel waren bei Schneidermeister Karl Ziche beschäftigt.

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