750 Jahre
Hermsdorfer Humor einst und heute
 
Weitere Beispiele und Hermsdorfer Mundart:
Das Wurstmaß   
Weihnachten bei Pferdepaul   
Verfügung    
Gedicht über Hermsdorf 2000
   
Stammtischlied

Das Hinweisschild nach Klosterlausnitz    
Der geklaute Kaiser
Wulkenbruch      
 
Wie auch in der großen Weltgeschichte (klick hier) spielte der Humor von altersher auch in Hermsdorf eine große Rolle. Dieser Humor zeigte sich dann auch sehr oft sehr derb und in bissiger Ironie.

Den Hermsdorfer derben Witz hat schon mancher zu spüren bekommen. Dies zeigt uns die folgende kleine Begebenheit. Ein junger Berliner wollte einmal einen alten Leitermacher auf den „Besen laden". Er sah ihm bei seiner Arbeit zu, wie derselbe, für die Aufnahme der Sprossen, Löcher in einen Leiterbaum bohrte. Da fragte der Berliner den alten Leitermacher: „Wat denn, wat machen Sie denn da, det wärn wohl Flöten?" Da drehte sich der Leitermacher ein wenig um und erwiderte „Ja, das wärn Flöten fer Berliner Jrußguschen."

Über Generationen hinweg wurden und werden bestimmte Eigenheiten, Sprüche oder Bräuche vererbt. Schon zu Großvaterszeiten wurde ein Neuling, der z.B. erstmal mit an eine Hausschlachterei teilnahm, in ein Nachbardorf geschickt, um das "Wurstmaß" zu holen. Meist reagierten die so aufgesuchten dann auch noch entsprechend und gaben dem armen Kerl etwas mit, an dem er tüchtig zu knappern hatte.

Auch der Brauch, jemanden in den April zu schicken, hat in Hermsdorf Tradition. So schickte das Stadtoberhaupt und Ehrenbursche der Maibaumgesellschaft Gerd Pillau viele Hermsdorfer 2003 in den April mit der fingierten Meldung über den Fund eines gut erhaltenen Tonkruges, wonach das Maibaumsetzen in Hermsdorf schon seit 300 ( statt 150 ) Jahren gepflegt wird.
Das zu dieser Zeit das Maibaumsetzen in Hermsdorf tatsächlich schon 415 Jahre bewiesener Maßen nachweisbar ist, wurde vom Bürgermeister ignoriert und vom Vorstand der Maibaumgesellschaft auch, trotz anderer Festlegungen in der Satzung.

 

Die Hermsdorfer in den April schicken, ein alter Brauch und sehr wirkungsvoll. Es gibt aber Beispiele, wo man dann selbst Zielscheibe des Humores und der Satire wird:
 

Schneewittchen, Herkules und Baron Münchhausen waren - das ist weitgehend unbekannt - gemeinsam in der Schule.
Beim letzten Klassentreffen redeten sie darüber, ob Schneewittchen eigentlich noch die Schönste im Lande ist, Herkules noch der Stärkste und Münchhausen noch der größte Geschichtenerfinder und Lügner aller Zeiten ist.
Da fällt Schneewittchen ein, dass sie noch einen alten Spiegel zu Hause hat, den man solche Sachen fragen kann und der immer die Wahrheit sagt.
So gehen sie zu Schneewittchen und sie geht als erste in das Zimmer mit dem Spiegel.
Als sie rauskommt, erzählt sie vor Freude strahlend, dass sie noch immer die Schönste im ganzen Land sei.
Danach geht Herkules zum Spiegel und kommt sofort wieder mit strahlendem Lächeln zurück, denn er ist noch immer der Stärkste.
Zum Schluss geht Münchhausen zum Spiegel. 10 Minuten vergehen, 20 Minuten, 30 Minuten vergehen...
Dann kommt Münchhausen niedergeschlagen aus dem Zimmer, schaut Schneewittchen und Herkules an und fragt:

"Kennt ihr einen Gerd Pillau???!!!"

Baron Münchhausen