Kinogeschichte von Hermsdorf

 

Hermsdorf hatte in seiner bisherigen Geschichte drei Kinos:

  1. In der Gaststätte „Zum Schwarzen Bär“ von 1919 bis 1949  

  2. Im ehemaligen „Kulturhaus Völkerfreundschaft“ von 01.05.1949 bis 1960  

  3. Hinter der ehemaligen Gaststätte „Centralhalle“ vom 04.06.1949 bis 12.06.1990   
 
 

Kino im Saal der ehemaligen Gaststätte "Centralhalle" 1949 bis 1990

 

Erbaut wurde das Haus 1863. Die Gaststätte nannte sich damals „Weißer Hirsch“. Sie wurde auch wegen des Eigentümers „Oswaldscher Gasthof“ genannt. Die Witwe Agnes Oswald war 1912 Wirtschaftsleiterin im Kinderheim.
Betrachtet man die Geschichte des Hauses und der Gaststätte, so muss man eine Teilung vornehmen. Bis 1949 bestand hier eine Einheit, das heißt Saal und Gaststätte gehörten zusammen.


Aufnahme ganz rechts der Saal der „Centralhalle“ um 1920. In der Mitte das "Russenhaus".

Im 1. Weltkrieg mietete der Korbmacher Berthold Schlöbe den Saal der Centralhalle und stellte dort Geschosskörbe her. Er gab vor allem Frauen Arbeit, deren Männer im Kriegsdienst oder bereits gefallen waren.

Am 24.09.1949 erhielt Josef Guba die Erlaubnis zur Schankwirtschaft im "Antifa-Hauses" für. Die Straße hieß von 1872 bis 15.07.1945 Ernststraße, vom 16.07.1945 bis 31.06.1993 Ernst-Thälmann-Straße und seit 01.07.1993 Alte Regensburger Straße.

 
 

Am 22.10.1948 erhielt der Elektro- und Rundfunkmeister Heinz Böhme den Auftrag zur technischen Ausstattung des neuen Kinos im Saal der „Centralhalle“. Die Planung für dieses Kino begannen gleichzeitig mit der Einrichtung des Kinos im Kulturhaus „Völkerfreundschaft“. Der Umbau begann im Jahr 1948. Es erfolgte der Umbau des hinteren Gebäudeteiles (Saal) zum Kino. Im Haus direkt an der Straße befand sich die Gaststätte, nunmehr ohne Saal.

Zuvor wurde von 1945 bis 1949 in den Räumen der „Centralhalle“ noch Schulunterricht, als Ausweich für die am 09.04.1945 zerstörte Schule abgehalten.
Unter Leitung von Prof. Dr. Ing. Heinz Präßler erfolgte der Umbau. Das war der Zeitpunkt, als die herrlichen alten Klinkersteine, Simse und Verzierungen verschwanden und ein einfaches verputztes Haus entstand.

 
Am 04.07.1949 fand die feierliche Einweihung des „Central - Theater“ als Kino und Veranstaltungsort statt.

Am 04.07.1949 fand die feierliche Einweihung des „Central - Theater“ als Kino und Veranstaltungsort statt.

Am 04.07.1949 fand die feierliche Einweihung des „Central - Theater“ als Kino und Veranstaltungsort statt.

Am 04.07.1949 fand die feierliche Einweihung des „Central - Theater“ als Kino und Veranstaltungsort statt. Es war eine Einrichtung der VVB Kulturstätten im Land Thüringen. Geschäftsführer des Central - Theaters war ein Mähler.

Am 04.07.1949 fand die feierliche Einweihung des „Central - Theater“ als Kino und Veranstaltungsort statt. Es war eine Einrichtung der VVB Kulturstätten im Land Thüringen. Geschäftsführer des Central - Theaters war ein Mähler.


Die Aufnahmen (oben und unten) entstand im Gästezimmer der „Centralhalle“.

03.05.1950 Maifeier der Belegschaft
„Central Theater“ Hermsdorf - „Capitol“ Bad Klosterlausnitz - „Lichtspiele“ Stadtroda

01 = Helene Donath
02 =
03 = Hedwig Petermann „Patschens“
04 =
05 = Luise Heinrich (Frau vom Kino Heinrich)
06 =
07 =
08 =
09 = Heinz Böhme

10 = Ilse Klaus
11 = Esther Boger geb. Schmidt
12 =
13 =
14 =
15 = Willy Hädrich
16 =
17 = Karl Plötner (Vorführer)

 

Bekannte Leiter und Filmvorführer waren:

- ? Mähler 1949 bis 19?? Theaterleiter
- Karl Plötner 1949 bis 19xx
- ? Ballin (kurzfristig)
- Erich Lange 19xx bis 1990 Vorführer
- Horst Curtius 1964 - 1975 Theaterleiter
- Rothe 1975

Nach Inbetriebnahme wurden im Kino nicht nur Filme gezeigt, sondern es fanden zahlreiche Veranstaltungen statt. Erinnert sei an die zahlreichen Jugendweihefeiern.

 
Eingang zum Kino um 1950.
Eingang zum Kino um 1950.
Der alte Stempel wurde noch bis mindestens 1965 genutzt,
Der alte Stempel wurde noch bis mindestens 1965 genutzt,
obwohl das Kino nach dem Umbau 1959 „Central Lichtspiele“ hieß und Thüringen im Geschäftsverkehr nicht mehr zur Anwendung kam.
 

Die ehemalige Gaststätte „Centralhalle“ wurde im April 1958 geschlossen. Im Jahr 1959 erfolgte der Umbau als modernes Filmtheater mit Totalvision und 450 Plätzen. Ab dieser Zeit hieß es dann „Central Lichtspiele“. In den Räumen der ehemaligen Gaststätte war eine Annahmestelle der VEB Dienstleistungen Jena untergebracht.

 

Aufnahme aus dem Jahr 1981, Kinoeingang links.
 

Am 12.06.1990 wurde es für immer geschlossen.

Im Jahr 1991 kaufte der Eigentümer der Gaststätte „Zur Linde“, Günter Peupelmann und Jonny Herling das Kino. Die Grundstücksgrenze zur Gaststätte bildet die Rückwand des Hauses an der Alten Regensburger Straße. Beide hatte die Absicht einen Umbau vorzunehmen und dort einen Erotikbereich einzurichten. Der Stadtrat lehnte den Bauantrag ab. Hinzu kam, dass es Rückführungsansprüche gab, die sich bis 1998 hinzogen. Bei der Klärung der Ansprüche wurde dann festgestellt, dass in der DDR-Zeit im Grundbuch keine Eigentümerwechsel eingetragen wurden. Eine gängige Praxis damals. Im Jahr 1998 wurden die Rückübertragungsansprüche von Kraft‘s Erben abgelehnt. Die Gebäudesubstanz, die schon mit Kauf sehr schlecht war, hatte sich noch weiter verschlechtert und so blieb nur der Abriss. Im Jahr 2001 wurde ein Teil, im Jahr 2003 / 04 der Rest des ehemaligen Kinos abgerissen.
Das Haus an der Straße, in der sich die Gaststätte befand, ist im Besitz von Johannes Adam aus Grünstadt, der dieses zusammen mit dem alten Feuerwehrhaus von der Stadt gekauft hatte.

Inzwischen wurde das Gelände wieder verkauft, der jetzige Eigentümer plant dort ein Mehrfamilienhaus zu errichten.

 
Galerie vom Abriss
Von der Centralhalle und dem Abriss des Kinos.
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