Berühmte Persönlichkeiten der Geschichte des Saale - Holzland - Kreises
 
Milo Barus (bürgerlicher Name Emil Bahr) - stärkster Mann der Welt.
 

Seinen Künstlername Milo Barus entlehnte er vom Vornamen des Milo von Koronto einem Athleten des antiken Griechenlands und Olympiasiegers aus dem Jahr 540 sowie der Abänderung seines Familiennamens.

Milo Barus wurde am 27.02.1906 unter dem bürgerlichen Namen Emil Bahr, als Sohn eines deutschen Staatsbahnangestellten, im tschechischen Alt-Rothwasser, geboren. Aufgewachsen war er in Weidenau. Schon mit 14 Jahren setzte er in seiner Lehrzeit als Müller eine unbändige Kraft frei. Er wechselte allein vier bis fünf Zentner schwere Mühlsteine und schleppte tagein und tagaus schwere Mehlsäcke auf den Mühlenboden oder auf die Fahrzeuge. In einem von ihm mitbegründeten Turn- und Sportverein in Weidenau eignete er sich in der Ringerabteilung erste Techniken an. Nach seiner Militärzeit leitete er ab 1928 eine Profiringergruppe. Als zwei Jahre später in Paris die 42 stärksten Männer aus 16 Ländern zusammentrafen, um aus ihrer Mitte den Weltmeister zu ermitteln, war auch Milo dabei. Nach drei Tagen schwerster Kämpfe wurde verkündet:

"Milo Barus ist der stärkste Mann der Welt und Weltmeister im Lastentragen."

Nach einer "Klaviernummer" - Milo stemmte ein Podest, auf dem ein Begleitorchester samt Klavier saß - konnte er sich vor Angeboten kaum retten. Er reiste nach Amerika, wo er 1935 in Buenos Aires den fünften Weltmeistertitel im Lastenheben erkämpfte. In  gewann er eine Wette gegen einen Gouverneur. Er sollte zwei Armeeflugzeuge am Start in entgegengesetzte Richtung hintern fortzufliegen, indem er zwischen beiden stand und sie an Ketten festhielt.

In seinen zahlreichen Auftritten verblüffte er die Zuschauer durch außergewöhnliche Kraftleistungen mit außergewöhnlichen Requisiten, wie z. B. ein Pferd auf einer Leiter zu tragen, Autos mit den Füßen zu stemmen, ein mit acht Personen besetztes Karussell drehend auf den Schultern zu tragen u. a. In den Jahren seines triumphalen Erfolges führten ihn seine Gastspiele auch nach Frankreich, England Spanien, Indien und quer durch Afrika. Da es in Afrika an Pferden mangelte, wusste er seine Zuschauer dadurch zu verblüffen, dass er als Ersatz Elefanten stemmte.

Während der Nazizeit war es still um Milo Barus. Er passte als tschechischer Bürger nicht in das Konzept. Wegen Aktivitäten wurde er 1937 des Landesverrates angeklagt und musste bis 1941 ins Zuchthaus. Bis Kriegsende stand er unter polizeilicher Aufsicht.

Milo Barus     Milo Barus    Milo Barus    Milo Barus    Milo Barus    

Kurzbiografie

 
  • 27.02.1906 Alt-Rothwasser (Sudetenland) heute Stará Červená Voda Tschechien, geboren.
  • Lehre als Müller in der Mühle Kundel, 1922 Gesellenprüfung.
  • 1924 erste sportliche Kraftsportwettkämpfe.
  • Oktober 1926 bis  Oktober 1928 Militärdienst.
  • Erstmals am 17.03.1930 in Frankreich (Paris) bei einem internationalen Wettkampf und erkämpfte sich den „Goldenen Lorbeer“.
    Aus den Anforderungen der Weltmeisterschaft 1930 im Zirkus “Medrano” in Paris:
    - Mit den Füßen musste eine Planke gestemmt werden, auf der 10 bis 15 Männer saßen.
    - Vier Zentner schwere, mit Schmierseife aalglatt präparierte Säcke, waren zu heben.
    - Spielkarten von drei Spielen, mit 96 bis 135 Blatt, mussten mit einem Ruck zerrissen werden.
    - Das Hantieren mit 150 kg schweren Spezial hanteln, die einen Griff von 10 Zentimeter hatten, war zu absolvieren.
    - Auf Gerüsten waren Pferde hochzustemmen oder eine Stahlleiter hochzutragen.
    - Der in der Mitte der Manege stehende Athlet musste versuchen, Autos am Abfahren in entgegengesetzte Richtung zu hindern.
    - Ein beladener Möbelwagen musste von den Athleten mit den Zähnen weggezogen werden.
    Diese Elemente der Weltmeisterschaft übernahm Milo Barus in sein Programm und erweiterte diese oft noch.
  • Den Weltmeistertitel verteidigte er noch fünf weitere Male erfolgreich:
    - 1931 Zweiter Weltmeistertitel England (London).
    - 1932 Dritter Weltmeistertitel Indien ( Kalkutta). Dabei hatte er eine Begegnung mit Mohandas Karamchand Gandhi (genannt Mahatma Gandhi), der in persönlich gratulierte.
    - 1933 Vierter Weltmeistertitel Ägypten (Kairo).
    - 1934 Fünfter Weltmeistertitel Argentinien (Buenos Aires).
    - 1935 Sechster Weltmeistertitel USA (New York).
  • 1945 Vertreibung aus Sudetenland nach Bayern.
  • Umzug im Dezember in die DDR,
  • 1952 kurzfristig in Sonneberg, dann Lauscha und weitere Orte im ehemaligen Bezirk Suhl.
  • 1953 bis 1956 Stadtroda, Gaststube „Klosterbräustübl“.
  • 1956 Kauf der „Meuschkensmühle“ Weißenborn.
  • 1960 Bau Wohnhaus „Schweitzer Haus“.
  • 1963 nach einem Herzinfarkt Abschied von der aktiven Bühne.
  • Februar 1976 Übersiedlungsantrag.
  • 01. September 1976 Ausreise nach Bayern.
  • 01.Oktober 1977 verstorben.
 

1947 bis 1951

 

Milo Barus wurde nach dem 2. Weltkrieg als Polizist in seiner Heimatstadt Alt-Rothwasser angestellt. In dieser Funktion war er gezwungen, an den Zwangsvertreibungen aus dem Sudetenland mitzuwirken. Zuletzt wurde er selbst aus dem Polizeidienst entlassen und vertrieben. Seine erster Wohnort war Bayern, wo er sich ein kleines Programm aufbaute und damit auftrat.
Dies geschah im Zirkus "Krone", "Max Holzmüller" und "Oskar Hoppe". Im Jahr 1950 wurde er nach Schweden verpflichtet. Dort brannte sein gesamter Zirkus nieder. Mit Hilfsarbeiten verdiente er sich das Geld für eine Rückkehr nach Deutschland.
In Bayern wurde er wegen seiner Teilnahme an den Vertreibungen angezeigt und von einem Münchner Gericht wurde Haftbefehl erlassen. Ein dänischer Anwalt soll die Annullierung des Haftbefehles erreicht haben. Andere Quellen sprechen davon, dass er sich einem Gerichtsverfahren mit möglicher Verurteilung durch Wohnsitzwechsel in die DDR entzogen hatte.

 

1951 bis 1953

 

Von Bayern gelangte er so nach Sonneberg, er war mit einem kleinen Lkw samt seiner Werkzeuge gekommen.
Seinen ersten, viel beachteten und umjubelten Auftritt in Sonneberg hatte er 1947, damals war er noch in Bayern wohnhaft. Ob er sich deshalb nach Sonneberg begab ist nicht überliefert. Nach der Einreise in die DDR wurde er sofort festgenommen. In Sonneberg steckte man ihn in ein Gefängnis. Es gibt gerade zu diesem Teil seines Lebens allerlei Legenden, die im Laufe der Zeit weitergegeben und weiter ausgeschmückt wurden. Es ist als gesichert anzusehen, dass man ihn in seiner Zelle vergessen hatte. Und so verschaffte sich Milo selbst die Freiheit und stemmte die Zellentür samt Rahmen aus der Wand. Vom erstaunten Diensthabenden verlangte er sein Essen. Er bekam das Essen und eine andere Zelle. Zum Frühstück wiederholte sich das Prozedere. Ob es keine weiteren Zellen gab oder man sich eines Besseren besann, Milo wurde nun im Hotel Schlossberg untergebracht.
Fünf Jahre nach seinem ersten Auftritt 1947 trat Milo Barus am 15. und 16.04.1952  gleich dreimal hintereinander in Sonneberg auf. Eine Annonce in der Zeitung meldete damals: „Milo Barus gastiert nach fünfjähriger Abwesenheit zum zweiten Mal im Gesellschaftshaus Sonneberg am Dienstag, dem 15.04., 20:00 Uhr (Eintritt: 2,05 DM), am Mittwoch, dem 16.04., 15:00 und 20:00 Uhr, 15:00 Uhr: Jugend- und Rentnervorstellung zu halben Preisen.“
Milo kam damals gerade als Eisenach, wo er in Quarantäne gewesen war. Am 16.04.1952 wird mitgeteilt, dass er zunächst auf dem Schlossberg wohnen werde. Man hatte nämlich die Idee, ihn dort als Gastwirt einzusetzen. Sogar eine Zuzugsgenehmigung für Milo lag schon vor. Doch als dem Plan wurde nichts. Wie schon einmal in seinem Leben macht Milo wiederum der „großen Politik“ einen dicken Strich durch die Rechnung. In den Stadtakten von Sonneberg heißt es dazu am 24.04.1952: „Die Polizeiorgane haben dem Stadtrat mitgeteilt, dass der als Wirt für die Gaststätte Schlossberg vorgesehene Artist Milo Barus aus Sicherheitsgründen den Grenzkreis Sonneberg verlassen müsse. Damit sei die Absicht, Milo als Wirt auf dem Schlossberg zu bestellen, durchkreuzt worden.“ Weiter heißt es: „Nach Ansicht des Stadtrates sind offenbar mittlerweile an die Polizeiorgane Bedenken aus der Bevölkerung herangetragen worden, auf Milo Barus als Flüchtling allzu großes Vertrauen zu setzen.“ Der Schreibung kündigte außerdem an: „In der nächsten Sitzung der Schlossberg Kommission soll die veränderte Schlossbergsituation bekannt gegeben werden.“
Bisher sind wir davon ausgegangen, dass Milo Barus von 1952 bis 1953 in Sonneberg wohnte und hier wirkte. Neue Nachforschungen, einen herzlichen Dank besonders an Stefan Löffler vom „Freien Wort“ Sonneberg und die Gäste und Zeitzeugen der Buchvorstellung in Sonneberg, ergaben aber einen anderen Sachverhalt.
Der Aufenthalt in Sonneberg war von sehr kurzer Dauer. Von 1952 bis 1953 tingelte er durch zahlreiche Orte des Oberlandes. Seine Auftritte waren „flächendeckend“ im ehemaligen Kreis Sonneberg. Auftrittsorte waren zum Beispiel Lauscha, Steinach, Rauenstein, Steinheid, Mengersgereuth-Hämmern und andere. Ostern 1952 trat er im Saal des damaligen Gasthauses Schmidt (später „Möller“) in Neuhaus-Schierschnitz auf. Walter Löffler (Schierschnitz), Jahrgang 1941 und damals Schüler und Augenzeuge jenes Auftritts, kann sich noch ein einige der dort präsentierten Kraftakte erinnern: „Unter anderen zeigte er die Nummer mit den Mädchen auf dem Karussell, zerriss Ketten und balancierte mit dem Kiefer auf einem Gestell ein Torpedo.“ Heinz Gollhardt aus Sigmundsburg (Jahrgang 1941) erlebte Milo Barus in Steinheid mittags beim Auftritt auf dem Markt, abends in der Gaststätte „Kieferle“.
Marianne Rohrdrommel und ihr Gatte besuchten 1958 Milo Barus in der „Meuschkensmühle Weißenborn. Er konnte sich noch gut an deren Verwandtschaft in Lauscha erinnern, die 1952/53 in Lauscha den Streitwagen für Milo Barus gebaut hatten und den er ab da für seine Programme benutzte.

 

1953 bis 1957

 
1953 fand sein unruhiges Artistenleben endlich einen Ruhepunkt. Emil und Martha Bahr zogen nach Stadtroda und übernahmen dort die Gaststätte „Klosterbräu- Stübl“.
 

Aus einem Rundfunkinterview

In der 123. Ausgabe der DDR Rundfunk - Sendereihe „Alte Liebe rostet nicht“, vom 07.09.1975, aus dem Volkshaus Stadtroda (heute wieder Schützenhaus) war Milo Barus zu Gast. Im Interview in der Sendung gab Milo Barus zwei Episoden seiner eigenen Kraftleistungen wieder, die hier geschildert werden sollen, ergänzt durch weitere eigene Recherchen dazu.

Nach seiner "Klaviernummer", Milo Barus stemmte ein Podest, auf dem ein Klavier stand und vier Musiker saßen, dabei hing er mit den Kniekehlen am Trapez und hob dieses mit dem Kiefer, konnte er sich vor Angeboten kaum noch retten. Er reiste auch nach Nord- und Süd-Amerika, wo er 1935 in Buenos Aires den fünften Weltmeistertitel im Lastenheben erkämpfte. Seine Gastspielreise führte ihn nach Sao Paulo (Brasilien). Dort schloss er eine Wette mit einem Gouverneur ab. Er wollte zwei Armeeflugzeuge am Start in entgegengesetzte Richtung hintern. Es handelte sich um zwei kleine Sportflugzeuge, die er ähnlich wie in seine Programmnummer mit den Personenwagen, mit um die Arme gelegten Ketten festhielt und so den Start tatsächlich verhinderte. Zunächst wurde er durch die Wucht erst etwas in die Luft geschleudert, hielt aber stand und gewann so die Wette.
Das die beiden Flugzeuge dabei zu Bruch gegangen sind gehört ebenso ins Reich der Legenden, wie die Tatsache, dass dieser Kraftakt angeblich nochmals auf dem Flughafen Frankfurt wiederholt wurde.

Im Jahr 1952 siedelte Milo Barus aus der BRD in die ehemalige DDR über und kam 1953 nach Stadtroda. Dort übernahm er mit seiner Frau Martha die Gaststätte „Klosterbräu - Stübel“. Bei der Renovierung der Gaststätte legte Milo Barus selbst mit Hand an. Eines Tages strich er die Eingangstür zur Gaststätte. Während er mit dieser Arbeit beschäftigt war, hielt neben ihm ein Motorrad und lies den Motor laufen. Durch die Abgase fühlte sich Milo Barus belästigt. Da der Kradfahrer seiner Forderung, den Motor abzustellen, nicht nachkam, löste Milo Barus das Problem auf seine Weise. Er ergriff das Krad samt Fahrer hob es quer über die dort befindliche Straßenkreuzung und setzte es auf der diagonal gegenüberliegenden Seite, neben dem damaligen Malergeschäft Wolf wieder ab. Im Interview verriet Milo Barus, dass es sich bei dem Kradfahrer um den Direktor der damaligen landwirtschaftlichen Berufsschule Stadtroda handelte. Dies war 1953 Heinz Schoder, später stellvertretender Kreisschulrat. Im Interview bezeichnet Milo Barus die Gaststätte auch als der „Blaue Laden“. Ältere Stadtrodaer können sich daran erinnern. Den Namen erhielt das Kolonialwarengeschäft, das sich dort einst befand, wegen seiner vollständig blauen Einrichtung.

Erlebnisbericht von Hans Triebel

Im Alter von 20 Jahren hörte ich im Jahre 1954 erstmals von Milo Barus überragenden Kraftleistungen. Es war für mich ein unvergessliches Ereignis, ihn im Sommer 1955 auf dem Sportplatz Stadtroda erleben zu dürfen.
Meine erste Anreise aus Weimar war leider erfolglos. Familie Bahr waren damals Inhaber der Gaststätte „Klosterbräu - Stübel“ in Stadtroda. Frau Bahr teilte mir mit, dass sich ihr Mann einen rostigen Nagel in den Fuß getreten hätte und daher - im doppelten Sinne des Wortes - nicht auftreten könne. Beim zweiten Anlauf klappte es dann.
Der Sportplatz war überwiegend von zahlreichen Kindern der umliegenden Ferienlager besucht. Als Auftakt war eine Ehrenrunde um den Sportplatz vorgesehen: Milo Barus in altrömischer Kleidung - Goldhelm, roter Umhang, roter Lederstreifenschurz - auf zweirädrigem Triumphwagen, dieser von zwei Pferden gezogen. Es ereignete sich jedoch folgende Panne: Die Pferde wurden nervös und gingen durch, die beiden Helfer versuchten sie vergeblich zum Stehen zu bringen. Sie konnten jedoch verhindern, dass die Pferde in die aufgeregt beiseite springenden Zuschauer rasten. Die wilde Jagd bewegte sich am Rande des Sportplatzes entlang und dann diagonal über diesen zurück. Milo Baron sprang, seinen Goldhelm verlierend, den über den Sportplatz stürmenden Pferden frontal entgegen, packte sie mit sicherem Griff von vorn am Zaumzeug, ein kurzes Aufbäumen, die Situation war gerettet, die Pferde standen still. Das war das beeindruckendste und unvergesslichste Erlebnis dieses Tages. Danach folgte die Erläuterung, dass die Pferde noch recht jung seien und bisher ohne Publikum und auf einer Wiese trainiert hätten (der Sportplatz trug nur teilweise ein Grasnarbe). Die beiden Pferde wollte Milo Barus später noch mithilfe einer dicken Bohle auf seinen Brustkorb tragen. Das Programm wurde auf­grund der Nervosität der Tiere geändert: Ersatzweise stiegen über zwei kleine Rampen, auf denen die Bohle lag, 20 junge Männer, darun­ter auch ich, auf die Bohle, M. Barus hob diese mit einem Gewicht von ca. 1500 kg durch Einatmen an, die Rampen wurden beiseite gezogen und nach ca. 5 Sekunden wieder unter die Bohle geschoben. Dabei hatte M. Barus unter sich eine halbrunde Schale und um seinen Brustkorb eine Decke gewickelt. Im Jahre 1956 trat Milo Barus im Rahmen seiner zahlreichen Veranstaltungen noch einmal in der Weimarhalle auf. Besonders belustigend war dabei, wie ab und zu sein geliebter Langhaardackel aus den Kulissen auftauchte und wieder beiseitegeschafft werden musste. Bei seiner Nummer mit dem auf dem Brustkorb ruhenden Karussell, besetzt mit 8 Damen, Gesamtgewicht ca. 500 kg, fiel mir die unvergleichlich höhere Belastung vom Stadtrodaer Sportplatz ein. Des weiteren zählte zu seinem Programm der bekannte Mund-Balance-Akt mit dem 2-Zentner-Torpedo.

 

1958 bis 1976

 
Kauf der Meuschkensmühle bei Weißenborn, Bau des Wohnhauses "Schweizer Haus".
 
Faschingsfeier bei Familie Tümmler
Faschingsfeier bei Familie Tümmler in Weißenborn.
01 = Käthe Rothe
02 = Fritz Plötner Vater von Volker
03 = Helmut Plötner
04 = Anneliese Weber
05 = Käthe Plötner Mutter von Volker
06 = Roland Tümmler
07 = Fred Schmidt
08 = Erna Schmidt
09 = Milo Barus (Egon Bahr)
10 = Lotte Tümmler
11 = Walter Tümmler
 

Leistungen von Milo Barus

 

Besondere einzelne Leistungen:

- In Gera hob er 1956 eine voll besetzte Straßenbahn aus den Schienen.
- Mit den Füßen am Trapetz hängend, hob er mit dem Kiefer ein Podest hoch, auf dem ein Klavier stand und vier Musiker saßen.
- Im spanischen Barcelona wurde er als erster unblutiger Torero gefeiert, der den Stiere mit den bloßen Händen zu Boden gerungen hatte.
- In Buenos Aires Argentinien gewann er eine Wette gegen einen Gouverneur. Er hinderte zwei kleine Armee Sportflugzeuge am Start in entgegengesetzter Richtung,
   indem er zwischen diesen stand und sie an Ketten festhielt.
- Im Zirkus, wo er auftrat, stemmte er einen 2 Tonnen schweren Jungelefanten. Daraus entwickelte er dann die Nummer mit Pferden.

Zu seinen ständigen Programmnummern gehörten unter anderen folgende Leistungen:

- Vollbesetzte Fahrzeuge (Bus, Postauto, Lkw) mit den Zähnen wegzuziehen.
- Zwei in entgegengesetzter Richtung startende Autos am Abfahren zu hindern.
- Ein erwachsenes Pferd von 350 kg mit einem Arm zu stemmen und eine Leiter mit 17 Sprossen hochzutragen.
- Ein mit acht Personen besetztes Kettenkarussell welches auf seinem Oberkörper stand, er lag dabei als Brücke am Boden, zu halten. Das Karussell wurde minutenlang gedreht.
- Mit der bloßen Hand schlug er einen Hufnagel durch eine 5 cm starke Bohle in ein darunter stehendes Eichenfaß. Den Nagel zog er anschließend mit seinen Zähnen wieder heraus.
- Mit dem Kiefer hob er ein gefülltes Bierfaß mit 100 Liter, auf das noch drei Jungen gesetzt wurden.
- Mit dem Oberkörper zersprengte er Ketten, mit denen er gefesselt war.
- Auf einer Stange balangsierte er ein mit Sand geülltes Torpedo mit dem Kiefer.
- Auf einem Podest stehende stemmte er einen 1000 kg schweren Bullen.
- Er verbog Hufnägel zu Korkenzieher, Kettenglieder und anderes - alles mit den Zähnen.
- Er stemmte bis zu 40 kg schwere Stahlkugeln, jonglierte mit Wagenrädern und einer Lanze wie Chinesische Artisten mit Tellern.

 

Erinnerungen an Milo Barus

 

Im März 2010 reiste Hans Wittmann, Pfarrer im Ruhestand, aus Dornhan im Schwarzwald ins thüringische Hermsdorf. Ein Besuch bei Tochter und Schwiegersohn war schon lange fällig. In geselliger Runde kam am Abend das Gespräch auf Milo Barus. Ahnungslos über weitere Hintergründe wollte der Vater des Schwiegersohnes zu einer Erklärung ansetzen und behaupten, er wird mit dem Namen und der Person Milo Barus nichts anfangen können. Hans Wittmann, selbst Chronist aus Pension, bekam feuchte Augen und erzählte sofort von seiner Begegnung mit Milo Barus.
Der Vater von Hans war ebenfalls Pfarrer und kam 1948 aus Kriegsgefangenschaft und Internierung nach Moosburg in Oberbayern, zwischen Landshut und Freising. Hans, der noch in Mühldorf am Inn wohnte, besuchte als 15jähriger seinen Vater, der dort in Bayern eine evang. - luth. Kirchgemeinde aufbaute. Eines Abends kam ein Kollege des Vaters und sagte, sie müssen abends unbedingt auf den Festplatz kommen, dort würde Milo Barus, der stärkste Mann der Welt, auftreten. Vater und Sohn besuchten dann die über zwei Stunden dauernde Vorstellung. Zu dieser Zeit trat Milo Barus in einem Zelt auf. Noch heute konnte er sich an verschiedene Nummern des Programms erinnern. So trug Milo Barus ein Pony mit ausgestrecktem Arm durch die Manege. Er verbog Hufnägel zu Korkenziehern, stemmte schwere Kugel und sprengte Ketten mit seinem Brustkorb. Auch die Nummer mit dem Karussell, welches auf seiner Brust stand und mit acht Personen gedreht wurde war im Programm. Die Zuschauer durften zuvor alle verwendeten Utensilien selbst prüfen. Nach dem Krieg sehnten sich die Menschen nach Unterhaltung, sicher auch ein Grund, warum sich dieses Ereignis fest in das Gedächtnis von Hans eingebrannt hatte. So kam es, dass Hans Wittmann mit dem neuen Milo Barus Buch beschenkt wurde und eine Sondervorführung der Multimediapräsentation erhielt, die sonst nur zu den Buchlesungen gezeigt werden. Hans Wittmann war nämlich zu Gast beim Chronisten Stefan Lechner, der diese erstellt hatte.

 

1976 bis 1989

 
Entgegen den Wünschen seiner Frau zog es Milo Barus 1976 wieder nach Bayern. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich und er war zuletzt an den Rollstuhl gefesselt. Am   01.10.1977 verstarb der ehemals stärkste Mann der Welt. Seine Frau Martha, die am 21.05.1911 geboren wurde, überlebte ihn um 12 Jahre und verstarb am 15.06.1989. Der Grabstein wurde von den Organisatoren des seit 2000 jährlich standfindenten Milo-Barus-Cup nach Weißenborn geholt und befindet sich heute als Gedenkstein neben seinem ehemaligen Wohnhaus
 

Ab 1990

 
 
  Im Jahr 2009 erschien das 2. Buch über Milo Barus - Autoren: Dr. Uwe Träger und Roland Weise †
Das Buch ist im Heimatmuseum und im Buchhandel erhältlich.
  19.06.2013 Roland Weise Autor des 1. Buches über Milo Barus und Gründer des Artistenmuseums ist verstorben. Das Museum in Klosterfelde wurde für immer geschlossen. Die dort vorhandenen Requisiten von Milo Barus konnten wir retten.
  26.09.2014 - kurz vor dem 15. Milo Barus Cap eröffnete das neue Museum in der Meuschkensmühle. Dort zu sehen sind Fotos, Dokumente und die Requisiten.
 

Bildergalerien

 
Bildergalerie 01 Milo Barus in der Werbung
Bildergalerie 02 Milo Barus im Spiegel der Presse.
Bildergalerie 03 Milo Barus in Aktion.
Bildergalerie 04 Familie Barus privat.
Bildergalerie 05 Seit 2000 jeweils am 3.Oktober Milo-Barus-Cup in Weißenborn
Bildergalerie 06 Milo Barus im Artistenmuseum.
Bildergalerie 07 Milo Barus - Der Mann der Pferde trug. Das 1. Buch aus dem Jahr 1966.
Bildergalerie 07 Milo Barus die beiden Bücher (1966 und 2011).
Bildergalerie 08 Buchlesungen zum neuen Buch.
Bildergalerie 08 Namensgebung: Staatliche Grundschule "Milo Barus" Stadtroda am 23.05.2012
Bildergalerie 08 Eröffnung des neuen Museum über Milo Barus am 26.09.2014 in der Meuschkensmühle (Mühltal Eisenberg)
 
Ausführliche Partnerseite von Roland Gottschalg in Zusammenarbeit mit Stefan Lechner über Milo Barus klick hier
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