| 1858 - 09.04.1945
Bibliothek in der Volks- und Mittelschule
Eine erste größere Bibliothek gab es in Hermsdorf
in der Volks- und Mittelschule (heute Friedensschule). 1858 wurden der
Hermsdorfer Schule zur Gründung einer Schulbücherei von einem
Förderer der Sache wertvolle und umfangreiche Bücher geschenkt.
Diese Bestände wurden mit der Zeit weiter ergänzt. Nach Aussage
ehemaliger Schüler war diese Sammlung sehr wertvoll und enthielt
auch viele wissenschaftliche Werke (z.B. Brehms Tierleben und trotz der
Tatsache, das bis 1885 die Kirche die Schule verwaltete auch viele „weltliche“
Werke). 1939 Neueröffnung der Werksbibliothek Im Oktober 1939 wurde in der Hescho eine Bücherei mit einem Bestand von 700 Bänden neu eröffnet. Eine kleiner Bücherei hatte demnach schon zuvor bestanden. Diese wurde bis 1940 um 300 Bände erweitert. Täglich wurden 120 bis 150 Bände ausgeliehen. Leiter der Bücherei war damals Erich Seifarth Sportplatzweg. Die Bestände dieser Bibliothek waren nicht nur den Betriebsangehörigen zugänglich. vor 1945 Im Rathaus Hermsdorf - in den Räumen wo sich heute die Dienstzimmer der PI Stadtroda befinden - gab es für die Hermsdorfer eine Bücherausleihstation. Diese war nicht hauptamtlich besetzt und wurde von der Lehrerin Fräulein Walter zu bestimmten Öffnungszeiten betreut. Für diese Funktion setzte sie auch oft Schülerinnen der 7. und 8. Klasse ein. ab 1945 Noch vor Ende des
2. Weltkrieges besetzten am 13.04.1945 die amerikanischen Truppen Hermsdorf.
Diese Besetzung dauerte bis zum 02.07.1945 und Thüringen wurde
von den Amerikanern geräumt und von sowjetischen Truppen besetzt.
Noch während der Zeit der Stationierung russischer Truppen in Hermsdorf
wurde die Wirtschaft und die Infrastruktur wieder angekurbelt. Bald kam
es aber auch schon zur Gründung sozialer und kultureller Einrichtungen.
Als Beispiel sei das Werksorchester genannt. 1947 „neu gegründet“
erhielt es eine großzügige Unterstützung und Förderung.
Da damals nichts aus der Nazizeit übernommen werden durfte, musste
alles „neu“ gegründet werden.
Wie viele andere Einrichtungen in Hermsdorf, wurde die Bibliothek durch den größten Betrieb der Stadt, die Keramischen Werke Hermsdorf finanziert. Die Bestände wuchsen stetig, so dass schon vor 1990 um die 40.000 ausleihbare Medien dem Benutzer zur Verfügung standen. Nach der Wende wurden
einige Medien aussortiert, da sie nicht mehr „aktuell“, oder
doppelt vorhanden waren. Trotzdem wurde es in der „Villa Hegemann“
zu eng. Die Keramischen Werke Hermsdorf in ihrer alten Form gab es nicht
mehr und die Bibliothek musste in die Verantwortung der Stadt übernommen
werden. Auf Grund dessen erfolgte im Jahr 2000 der Umzug in das Stadthaus.
Eine andere Ursache hierfür war aber auch der Wunsch der Stadt Kultur
und Verwaltung unter ein Dach zu bringen. Im Vergleich zur „Villa
Hegemann“ steht der Bibliothek im Stadthaus der doppelte Platz zur
Verfugung, was eine wesentliche räumliche Verbesserung darstellt. Die Stadtbibliothek heute Die Bibliothek erstreckt sich über zwei Etagen im Stadthauses. Im Erdgeschoss befinden sich die Bereiche Verbuchung, Belletristik, Kinderbibliothek, ein Lesekaffee, eine Veranstaltungsecke und die Zeitschriften. Im Obergeschoss sind die Sachliteratur, Phonothek und die Internetplätze - welche seit Ende 2001 ein Bestandteil der Bibliothek sind - untergebracht. In der oberen Etage befinden sich außerdem ein Raum, der durch die „Kleine Galerie“ für Sonderausstellungen genutzt werden. In der Bibliothek finden regelmäßig Veranstaltungen statt zu denen zum Beispiel Lesungen, Feriengestaltung, Lesewettbewerbe, Autorenlesungen, Bibliotheksführungen und die schon traditionellen „Hermsdorfer Gespräche“ gehören. Der Medienbestand (2003) der Bibliothek umfasst gegenwärtig 23.881 Bücher, 6.909 AV (Schallplatten, CD, DVD, LP, MC, Video) - Medien und 25 Zeitschriften werden abonniert. Im Jahr 2003 waren
1.245 Leser in der Stadtbibliothek angemeldet an die 51.474 Medien ausgeliehen
wurden. Auf den Grundmauern
des „Schützenhauses“ wurde die Ingenieurschule Hermsdorf
errichtet und 1950 eingeweiht. Beim Bau fand übrigens das Abrissmaterial
des Schützenhauses wieder Verwendung. Aufgabe dieser Bibliothek
war und ist es - über den normalen Rahmen einer Bibliothek hinaus,
die Belegarbeiten der Studenten / Schüler zu wahren und zu verwalten.
Außerdem verfügt die Bibliothek über einen entsprechenden
Bestand an Fachbüchern.
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