Nationales Aufbauwerk (NAW) - Volkswirtschaftliche Massenintiative (VMI) - Subbotnik

 

VMI (Volkswirtschaftliche Masseninitiative) war eine Form der freiwilligen Arbeit in der DDR, die außerhalb beruflicher Tätigkeit in der Freizeit stattfand, meist in Gruppen organisiert wurde, und konkreten Zielen diente. Solche Ziele konnten sowohl Aufräumarbeiten, Verschönerungsarbeiten im Wohnumfeld, Pflege von Spielplätzen oder auch Neubauten sein. In VMI-Einsätzen wurden Sportplätze errichtet, Waldwege ausgebaut und andere nützliche Tätigkeiten verrichtet. Ein Ziel war auch die Verschönerung der Wohnumgebung.

Vorgänger der VMI war das Nationale Aufbauwerk (NAW), das ähnliche Ziele hatte, aber vor allem auf Beseitigung von Kriegsschäden gerichtet war. Im Gegensatz zum NAW wurde die VMI finanziell vergütet. Oft wurde das Geld an den Trägerverein gezahlt, der den VMI-Einsatz organisierte. VMI-Einsätze fanden grundsätzlich freiwillig statt, wobei es jedoch einen gewissen Gruppenzwang gab, da man sich durch Nichtteilnahme ausgegrenzt hätte.
Im Rahmen des Sozialistischen Wettbewerbes konnten sich auch Arbeitskollektive zu VMI-Einsätzen verpflichten. Auch Hausgemeinschaften nahmen an VMI-Einsätzen teil.

 

Die freiwillige unentgeltliche Arbeit an Wochenenden nannte man in der DDR nach sowjetischem Vorbild auch Subbotnik. Ursprünglich - freiwillige, unentgeltliche kollektive Arbeit sowjetischer Werktätiger an arbeitsfreien Tagen oder in unbezahlten Überstunden. Die Subbotniks fanden während des Bürgerkrieges und der ausländischen militärischen Interventionen in Sowjetrussland weite Verbreitung.
Aus dem (Sowjet-) Russischen war der DDR-Begriff Subbotnik für eine Tätigkeit entlehnt, die außerhalb normaler Arbeitszeiten, insbesondere an Wochenenden (russisch „subbota” = Sabbath / Samstag) ausgeführt wurde.
Weniger in der sozialistischen Produktion, fanden diese Arbeitseinsätze mehr in den Wohngebieten statt. Anfänglich durch staatliche, gesellschaftliche Stellen "organisiert", verselbständigte sich im Laufe der Zeit der Subbotnik zu einer festen Einrichtung.In größeren und kleineren Gemeinschaften fanden sich die DDR Bürger zusammen, um beim Subbotnik ihren Wohnbereich zu verschönern und zu säubern. Dabei wurde das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt und sehr oft endete dann der Arbeitseinsatz in einer zünftigen Feier.

 
Subbotnik
Subbotnik in den 70er Jahren auf dem Alten Markt (Karl-Liebknecht-Platz)
von links: Ursel Steingrüber "Zwiebel", Christel Seide, Gisela Beer, ??, Hannelore Wende, Hannelore Hesse, Klaus Beer
Subbotnik
Unter dem Motto "Erst die Arbeit, dann das Verknügen" wird nun gefeiert. Dabei sind hier von links:
Udo Seide, Walter Nölle "Bumbus", Kurt Bauer, Karl-Heinz Dierl, Bernd Geier, Hans Wende
 
Gibt man im Internet in einer Suchmaschine heute Subbotnik ein, kann man feststellen, dass sich der Subbotnik in seiner Form auch noch heute erhalten hat. Nicht mehr im Unfang wie früher, aber dennoch vorhanden.
Geht man von der Deffinition "freiwillige, unentgeltliche kollektive Arbeit" aus, dann leistet eine überwiegende Mehrheit der Arbeitnehmer heute täglich Subbotniks ab, da dort vorausgesetzt wird, dass über die normale Arbeitszeit und ohne Überstundenzahlung geschafft wird.

Und einige, die früher begeistert beim Subbotnik dabei waren, Rasen, Hecken und Beete pflegten, machen heute die gleichen Tätigkeiten, nur nicht so begeistert - als ABM Kraft.