Gemischter Chor
 

Ähnlich wie in anderen Vereinen von Hermsdorf (vergleiche Chronik des BTU) oder der DDR, wurde nach dem Krieg, bis zur Gründung und besonders nach der Gründung der DDR alles „gestrichen“, was es an alten Traditionen gab. Uralte Vereine, die schon vor der Zeit des Faschismus bestanden und auch diese überlebt hatten, wurden so „neu“ gegründet.
Weitere Vereine mussten sich mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten auflösen und sind so nie wieder entstanden, so zum Beispiel der Radioverein "Die roten Funken".

Historisch belegt ist aber, das der Chor von Hermsdorf eine viel ältere Tradition hat. 1912 ist im

der

Männer-Gesangsverein mit dem Vorstand Wilhelm Plötner und 90 Mitgliedern

eingetragen. Frau Elisabeth Plötner, die Enkelin von Ernst Gabler berichtete, das ihr Großvater 1921 nicht nur Vorstand des Schützenvereines von Hermsdorf, sondern auch Organist der St. Salvator Kirche und Mitglied, später Vorstand des Männergesangsvereines und des gleichzeitig bestehenden Gemischten Chores war.

Im Adressbuch von 1928 finden wir den Eintrag:

Adresbuchausschnitt

Der Chor kann also auf eine über  80-jährige Geschichte zurückblicken.

Gemischter Chor Hermsdorf um 1930
Der Gemischte Chor von Hermsdorf um 1930 auf einem Ausflug
Aufnahme vor dem Rathaus Münchenbernsdorf, ganz rechts im Bild mit Melone Ernst Gabler.

 
Ein noch viel älteres Dokument über das Bestehen eines Gesangsvereines in Hermsdorf gibt es vom 29.09.1868, die Anzeige des Gendarmen Hilpert aus Hermsdorf:
 

“Der Gendarm Hilpert aus Hermsdorf macht heute folgende Anzeige: Der Gesangverein zu Hermsdorf, dessen Verstand der Schullehrer Sahl ist, hatte für Sonntag den 27. d.M. Erlaubnis zu einem Tanzvergnügen, wobei die von amtswegen gestellten Bedingungen nicht eingehalten wurden:
1. ist der Tanz nicht, wie es geschehen sollte um 11 Uhr beendigt, sondern erst 11 ½ Uhr, und da nicht, weil es Bedingung war, sondern weil Ungehörigkeiten von Nichtmitgliedern verübt wurden.
Es sind nämlich
2. Trotz des amtlichen Verbotes gegen Entree von 50 Pfennig auch Nichtmitglieder zugelassen worden.
3. Der Fuhrmann Gottlob Plötner jun. soll sich sehr ungezogen benommen haben: Zeugen dessen Vater Gottlob Plötner sen. und Gastwirt Geßner. Der hat, sagen die, welche ihn beschwichtigen wollten, geschlagen.
4. Nachdem ich sowohl, als der Wirt Geßner wiederholt Feierabend geboten, hatten sich dem ungeachtet in der Wirtsstube nebst mehrerer anderen auch Traugott Plötner, genannte Flamme, eingefunden. Sie schienen mir eine Demonstration machen zu wollen, denn sie lärmten fast alle, schlugen auf die Tische und Plötner sagte mir direkt, dass er nicht gehe und er wolle doch sehen, wer ihn fortbringe und als ich ihm mit einer Anzeige drohte, entgegnete er ich sollte zu „Leck…“ gehen. Unter den Lärmenden befand sich auch Gottlob Plötner jun. und der Holzhändler Traugot Beier.
Als Zeugen benenne ich den Bruder und den Wirt Geßner. Grainer Akt.“

Anzeige 1868

     
    aus der Geschichte des Vereins
    Chorleiter und Vorstände
    Festveranstaltung 60 Jahre "Gemischter Chor Hermsdorf" 40 Jahre "Lehrerchor Hermsdorf"