Über 420 Jahre Maibaumsetzen in Hermsdorf und Klosterlausnitz
 
Werner Serfling † Oberlehrer, Fachberater für Geschichte betrieb neben seiner Tätigkeit intensive Heimatforschung. Dabei studierte er alte Archiv- und Kirchenunterlagen. Er stieß dabei auf die Fürstlich - Sächsischen Landesordnung von 1589 und von 1742. Dort fand er dieses Zitat:

In vergangenen Zeiten schmückten die jungen Burschen zu Pfingsten die Kirche mit vielen kleinen Bäumen, meistens waren es Fichten und Birken. Nach den Festtagen säuberte der Schulmeister und verwendete die halb dürren Bäume in seinem Haushalt. Förster und Bauern klagten des Öfteren über die Schäden in Wäldern. Die jungen Burschen, versteckt hinter dem Laubwerk, trieben während des Gottesdienstes allerlei Unfug. In der Fürstlich - Sächsischen Landesordnung von 1589 und 1742 lesen wir:
„Auf den Dörfern ist es eingerissen, das auf den Emporen das junge Volk auffällt, es ungebärdig stößt, auch wohl Steine, Sträuße, Blumen und dergleichen auf das Weibervolk herab wirft“.

Im Zusammenhang mit den Nachforschungen für die 750 Jahrfeier wurden diese Unterlagen von Werner Serfling wieder aufgefunden. Ein Auszug aus der Verordnung von 1589 - erneuert 27.April 1745 - neu aufgelegt 1750 ist hier zu sehen:

 
    
Durch das Thüringer Staatsarchiv wurde mitgeteilt, dass diese Verordnung eigenartigerweise nicht mit an den Ort Hermsdorf übersandt wurde. Daraus und aus den Forschungsergebnissen von Werner Serfling kann entnommen werden, dass bereits seit 1589 in Hermsdorf der Pfingsbrauch eine Maie zu setzen, gepflegt wird. Der Nachweis für die umliegenden Holzlanddörfer konnte diesbezüglich noch viel weiter zurück erfolgen. Das Maibaumsetzen in Hermsdorf und Bad Klosterlausnitz sowie im Holzland hat schon eine über 420jährige Tradition.