Chronik
des Hermsdorfer Maibaumsetzens |
An
allen Stellen mit dem Symbol gibt es Fotos, Dokumente oder weitere Infos. |
Presse
|
Maibaumsetzen
- ein Brauch seit Altersher |
1589 
und
1742 |
Zitat aus der Chronik der Friedensschule - Erstellt von Werner Serfling
† Lehrer und Fachberater Geschichte:
Quelle: Fürstlich - Sächsischen Landesordnung von 1589 und 1742
In vergangenen Zeiten schmückten die jungen Burschen
zu Pfingsten die Kirche mit vielen kleinen Bäumen, meistens waren
es Fichten und Birken. Nach den Festtagen säuberte der Schulmeister
und verwendete die halb dürren Bäume in seinem Haushalt. Förster
und Bauern klagten des Öfteren über die Schäden in Wäldern.
Die jungen Burschen, versteckt hinter dem Laubwerk, trieben während
des Gottesdienstes allerlei Unfug. In der Fürstlich - Sächsischen
Landesordnung von 1589 und 1742 lesen wir:
„Auf den Dörfern ist es eingerissen, das auf den Emporen das
junge Volk auffällt, es ungebärdig stößt, auch wohl
Steine, Sträuße, Blumen und dergleichen auf das Weibervolk
herab wirft“.
-----------------------------------------
Das Birkensetzen ist schon ewig ein Bestandteil des Maibaumsetzens, bekanntlich
wurde früher anstatt der Fichte eine Birke gesetzt.
Nach neuen Unterlagen aus dem Staatsarchiv Altenburg kann davon ausgegangen
werden, dass die Tradition des Maibaumsetzens (auch ohne einen als Aprilscherz vergrabenen "alten Krug") seit mindestens 415 Jahren
in Hermsdorf besteht. Somit wäre in Hermsdorf 2004 nicht das 150,
sondern das 415 Setzen an der Reihe gewesen.
|
1854 |
Nach
Unterlagen im Hermsdorfer Stadtarchiv fand das erste Maibaumsetzen im
Jahre 1854 (historisch belegtes Datum statt), damals in der "Alten
Ausspanne" im Gasthof "Zum schwarzen Bär". Diese Unterlagen
waren bislang die ältesten Hinweise auf das Setzen eines Baumes in
Hermsdorf, die nach der Wende im Archiv der Stadt gefunden wurden. In
der Geschichte der Hermsdorfer Burschen gab es aber, hinsichtlich des
Termines bereits andere Dokumente. Auf der Grundlage dieser damals bekannten
wurde im Jahr 1969 das 100 jährige Setzen gefeiert. Auf Grund der
neuen Dokumentenfunde nach der Wende wird nun - 35 Jahre nach dem "100
Setzen" - 2004 das Jubiläum des 150 jährigen Maibaumsetzens
in Hermsdorf begangen.
Im Zusammenhang mit den Forschungen zu dieser Seite gibt es aber nun konkrete
Hinweise darauf, dass die alte Vermutung wahr ist: Das Maibaumsetzen in
Hermsdorf ist viel älter. Siehe oben. |
1854
-1897 |
Ununterbrochenes
Maibaumsetzen in Hermsdorf. 1871 und 1872 gab es eine Unterbrechung durch
den Deutsch Französischen Krieg. Anzunehmen ist, dass das Fest in privaten
Rahmen weiter gefeiert wurde. |
1898
- 1939
|
| 1905 |
Ein Sturm brach die Spitze des Maibaums ab. Ähnliches siehe 06.06.1906, 08.07.1938, 31.07.2001 und April 2011 die Spitze. |
Mit
Bau des Rathauses (Einweihung 01.10.1897) und des Schützenhauses (1912)
wurde nun an verschiedenen Standorten ein Maibaum gesetzt. Auch fand das
Maibaumsetzen in Hermsdorf durch verschiedene Burschengesellschaften statt.
In
den 190er Jahren erfolgten in Hermsdorf zeitweise drei Maibaumsetzen:
- am "Schützenhaus" (heute Berufsfachschule – am Globus)
- am
Gasthof "Zum schwarzen Bär"
- am
Rathaus
Diese Tradition
wurde bis zum Beginn des 2 .Weltkrieges fortgesetzt, trotz eines Verbotes von 1906. |
| |
| Belege
aus dieser Zeit: |
Landratsamt Roda
Akte
Nr. 568
Staatsarchiv Altenburg
06.06.1906 |
Das Maibaumsetzen in den Dörfern
Amtsvorsteher Mörschner wande sich mit Schreiben vom 06.06. 1906 an das Herzoglich-Sächsische Landratsamt betreffs des Maibaumsetzens.
In seinem Brief beschrieb er, dass „am 5. Juni hinter dem hiesigen Rathaus ein großer starker Maibaum, eine starke Fichte, gesetzt bzw. aufgerichtet wurde.“
Der Baum fiel, als er fast aufgerichtet war. „Schon im vorigen Jahr hat hier ein Sturm die Spitze eines solchen Baumes abgebrochen und zur Erde geworfen.“
Mörschner ergänzt seine Worte mit dem Hinweis, dass „in Klosterlausnitz gestern ein solcher Baum beim Aufrichten ebenfalls niedergefallen sein soll.“
Der Amtsvorsteher richtet die Anfrage an das Landratsamt, wer bei kommenden Unglücken die Verantwortung bzw. Kosten übernimmt.
Neben dem Baum wurden aus dem herzoglichen Forst weitere kleinere Bäume, sogenannte „Leiterbäume“, bezogen, die dann versteigert werden.
Mörschner stellt die Frage, ob ein kleiner Baum nicht auch zum Aufstellen ausreichen dürfte. Zumal die Burschen schon beim gestrigen Hereinholen stark getrunken und getobt hätten. Mörschner sieht dem „Zweck des Maibaumsetzens gar nicht gedacht.“
In einem weiteren Schreiben vom 30.06.1906 schließt sich der Gemeinderat den geäußerten Sorgen an und meint, dass es Zeit sei, mit der Tradition wegen der damit verbundenen Gefahren zu brechen.
Zwar hätte man in Hermsdorf darauf geachtet, dass der Platz eine entsprechende Größe hat und mindestens der Länge des Maibaumes angepasst ist. Unglücksfälle könne man aber trotzdem nicht ausschließen. Schließlich sei der Maibaum aufgrund der Tragkraft immer eine Gefahr.
Der Hermsdorfer Gemeinderat beschäftigte sich mit der Problematik und kam zu dem Entschluss, das Maibaumsetzen mit 11 zu 2 Stimmen zukünftig untersagt wird. Von Seiten der Gemeinde würde ein Maibaumsetzen nicht mehr gestattet werden.
Das Landratsamt wird gebeten, diesen Beschluss zu bestätigen und eine Verfügung für die „übrigen Ortschaften“ im Umfeld auszusprechen. |
| 09.07.1906 |
Das Landratsamt billigt den Beschluss und lies untersuchen, in welchen Orten ein Maibaum gesetzt wird und welche Gefahren bestehen. Die „Bezirke“ sollen eine Meldung geben. Aus Klosterlausnitz kam die Information, dass das Maibaumsetzen üblich ist. „Die Sitte hat bislang keine Unzuträglichkeiten insbesondere Unglücksfalle zur Folge gehabt.“ Allerdings wurde auch auf die Gefahren hingewiesen, die beim Setzen bestehen. Auch beim Einholen, da die jungen Burschen auf dem Baum sitzen, während der mit dem Fuhrwerk in den Ort gebracht wird. |
| 01.08.1906 |
In einem anderen Brief wurde ein Überblick gegeben, wo das Maibaumsetzen durchgeführt wird:
1. Im Bezirk Hermsdorf: Außer Hermsdorf auch in Oberndorf, Reichenbach und Schleifreisen.
2. Im Bezirk Laasdorf: Nichts.
3. Im Bezirk Ottendorf: Ottendorf, Eineborn und Tautendorf
4. Im Bezirk Roda: nur in Bobeck |
| 24.05.1906 |
Der Hermsdorfer Gemeindevorstand in Person von Herrn Klaus fordert das Landratsamt dazu auf, dass Maibaumsetzen in Hermsdorf und allen umliegenden Orte überhaupt nicht mehr zu gestatten.
Zuvor hatte Gastwirt Reinhold Serfling, „Zum Schwarzen Bär“ eine Tanzerlaubnis „anlässlich des Maibaumsetzens von Amtsvorsteher Mörschner erhalten.“ Klaus wies darauf hin, dass das Setzen im Garten des Gasthofes noch gefährlicher wäre als hinter dem Rathaus. |
1906 |
Maibaumsetzen
auf dem Platz am Rathaus – aus diesem Jahr gibt es bisher das erste
Bilddokument vom Hermsdorfer Maibaumsetzen. |
1917 |
Postkarte
mit Ansicht Cafe Rühling - darauf der Maibaum auf dem Platz an
der Gaststätte "Zum Schwarzen Bär" |
26.05.1920 |
Im
"Bote für den Westkreis" ist zu lesen:
Ein schrecklicher Unfall trug sich gestern Vormittag in unserem
Ort zu. Als die Burschengesellschaft betreffs Heranschaffung des Materials
zum Maibaumsetzen sich in der Rodaischen Straße befand, scheute
beim Kreuzen mit einem anderen Geschirr und beim Einsetzen der Musik
die Pferde eines Lastwagens, dieselben bäumten sich auf und drückten
zur Seite, wobei das siebenjährige Söhnchen Kurt, des Fabrikarbeiters
Hugo Kirchner einen Hufschlag erhielt, unter den Wagen geschleudert
und dann überfahren wurde, was seinen sofortigen Tod herbeiführte.
Den Geschirrführer soll keine Schuld treffen. |
23.03.1921 |
Gesuch
des Vereines "Fidele Burschen" ein Maibaum zu setzen - mit
Bezug auf das Jahr 1854. Der Antrag ist unterzeichnet von Kurt Geilert
(laut Adressbuch = Rodaer Str. 45 = damals Gaststätte "Schützenhaus))
als Schriftführer und Karl Schilling (laut Adressbuch = Schulstr.
51 / Schirrmacher oder Nauburger Str. 14 / Arbeiter) als Vorsitzender. |
24.03.1921 |
Weiteres
Gesuch ein Maibaum zu setzen - mit Bezug auf das Jahr 1854. Darin
wir auf einen Beschluss Bezug genommen, wonach nur noch ein Baum in
Hermsdorf gesetzt werden soll. Im Antrag wird begründet, dass
der Verein (gemeint "Fidele Burschen") der älteste
der Vereine sei. Gesetzt werden soll am Schützenhaus. |
23.04.1926 |
Antrag
der Gaststätte "Schützenhaus" an die Baupolizei
Hermsdorf, einer alten Tradition folgend, einen Maibaum setzen zu
dürfen. Unterzeichner des Schreibens ist Inhaber Paul Geilert (laut Adressbuch
= Rodaer Str. 45 = damals Gaststätte "Schützenhaus).
Aus diesem Jahr gibt es auch ein Foto der Burschen. |
1936 |
Postkarte
mit Ansicht des Freibades - darauf der Maibaum auf dem Platz an der
Gaststätte "Zum schwarzen Bär" |
28.05. bis
31.05.1939 |
Pfingsten des Jahres 1939 war am Sonntag, 28.05.1939, Montag, 29.05.1939 (1. Feiertag), Dienstag, 30.05.1939 (2. Feiertag) Mittwoch, 31.05.1939 (3.Feiertag).
Das Maibaumsetzen wurde am 3. Pfingstfeiertag wieder in althergebrachter Weise gefeiert.
Die Burschengesellschaft von Hermsdorf hielt zuvor, am Mittwoch, dem 03.05.1939, in der Gaststätte „Zum Schwarzen Bär“, die erste Versammlung des Jahres ab.
Gewählt wurden:
1. Vorstand Fritz Gruner
2. Vorsitzender Fritz Mörschner und
3. Vorsitzender der alte Beisitzer und Berater Walter Remme
Kassierer wurden Klaus Bachmann und Walter Bartosseck.
Fuhrmannsausschuss Fritz Böhme, Werner Peter und Alfred Schröter.
Der Vorstand Fritz Gruner ging dann auf das Maibaumsetzen des Jahres ein. Im Großen und Ganzen bliebt das Programm bestehen. Neu war, dass die Burschen auch am 1. Pfingstfeiertag Tanz veranstalten. Am 3. Feiertag war 05:00 Uhr Weckruf, 07:00 Uhr begann das Einholen des Maibaumes. Unterwegs wurde im Walde eine mehrstündige Rast eingelegt und gefeiert. 11:00 Uhr startete der Umzug durch den Ort. 14:30 Uhr begann das Setzen auf dem Rathausplatze unter Mitwirkung der Heschokapelle 17:00 Uhr war Versteigerung und vom 19:00 bis 01:00 Uhr öffentlicher Ball im Rat- und Schützenhaus. |
08.07.1938 |
Ein
Sturm brach den Hermsdorfer Maibaum ab - nochmals dann am 31.07.2001. |
1910
- 1939 |
Weitere
Fotos aus diesen Jahren als Galerie |
|
1939
- 1945 |
zweiter
Weltkrieg, trotz der Kriegswirren wurde zum Teil privat in kleineren Kreises
(Gärten) ein Maibaum gesetzt. |
1946
|
1946
war das erstes offizielles Maibaumsetzen nach dem zweiten Weltkrieg. Hierzu
fanden sich einige Enthusiasten zusammen.
Der Vorstand von 1946 (ohne Gewähr)
1. Vorsitzender Herbert Schröter 2. Vorsitzender Hermann Plötner
1. Kassierer Friedrich Geithe 2. Kassierer Alfred Rosenkranz
Richtmeister Willi Gräfe Fuhrpark Erich Herling
In dieser Zeit haben im Vorstand weiter mitgearbeitet:
Werner Böttcher, Horst Opel, Horst Höntzsch, Werner Hänseroth ( Mittelpöllnitz
), Werner Plötner „Doft“ |
27.07.1949 |
Schon
immer musste an die GEMA ein großer "Obulus" entrichtet
werden, sehr zum Leidwesen aller Veranstalter, nicht nur der Maibaumsetzer.
Erhalten blieb die Rechnung vom 27.07.1949 - über den damals stolzen
Betrag in Höhe von 24,24 M. Dieser Betrag wurde dann nochmals gemahnt,
war aber bereits überwiesen.
Heute erreichen die Summen, die zu zahlen sind, vierstellige Beträge.
Die GEMA - Rechnung 1949
Fotos aus dem Jahr 1949 |
1950 |
Der
Vorstand von 1950 ( ohne Gewähr
)
Gerhard Ettel
Günter Langbein
Karl Steingrüber
Adolf Schmidt
Richtmeister Willy Opel
Kindermaibaumsetzen im Jahr 1950 |
1951
Impressionen
aus dem
Jahr
|
Der Vorstand von 1951 ( ohne Gewähr
)
1. Vorsitzender Rolf Plötner
2. Vorsitzender Gerhard Ettel
3. Vorsitzender Rudolf Ettel
1. Kassierer Günter Plötner – Günter Langbein
2. Kassierer Karl Schmidt
Richtmeister Konrad Puschendorf Fuhrmannsausschuss Ralf Senf |
1952
und
1953  |
Der
Maibaum wird wie immer seit Ende des Krieges am Rathaus gesetzt, in diesen
Jahren noch als offizelle Veranstaltung in der Stadt.
Impressionen aus beiden Jahren über die Schalter links. |
1955
Bilder Vorstand und
Burschen
|
Der Vorstand von 1955 ( ohne Gewähr
)
Vorstand Herbert Schröter
Vorstand Eitel Spath
Vorstand Helmut Schöppe
Kassierer Karl Schmidt
Kassierer Günter Plötner
Kassierer Manfred Kollhoff
Richtmeister Hermann Plötner; Helmut Schöppe
Fuhrmannsausschuss
Ralf Senf; Werner Serfling |
1956
Bilder aus
1956  |
Im
Rahmen der 700-Jahr-Feier von Hermsdorf fand ein großes Maibaumsetzen statt.
Außerdem beteiligte sich die Maibaumgesellschaft am Festumzug (Sonntag,
d. 26.08.1956)
|
1956 |
Der Vorstand von 1956 ( ohne Gewähr
)
Vorstand Herbert Schröter
Vorstand Eitel Spath
Vorstand Helmut Schöppe
Kassierer Günter Plötner
Kassierer Manfred Kollhoff
Kassierer Manfred Schlegel
Richtmeister Hermann Plötner; Helmut Schöppe
Fuhrmannsausschuss Ralf Senf; Werner
Serfling |
1957 |
Der
Vorstand von 1957 ( ohne Gewähr
)
Vorstand Herbert Schröter
Vorstand Eitel Spath
Vorstand Gerhard Rahn
Kassierer Günter Plötner
Kassierer Manfred Kollhoff
Kassierer Hans Krieg
Richtmeister Helmut Schöppe
Fuhrmannsausschuss Ralf Senf; Werner
Serfling
Kindermaibaumsetzen auf dem Roten Strumpf (30-Familien-Haus)
|
1958 |
Der Vorstand von 1958 ( ohne
Gewähr )
Vorstand Günter Plötner
Vorstand Gerhard Rahn
Vorstand Helmut Schöppe
Kassierer Manfred Kollhoff
Kassierer Hans Krieg
Richtmeister Helmut Schöppe
Fuhrmannsausschuss Ralf Senf; Werner Serfling
Im
Jahr 1958 fand das letzte offizielle Maibaumsetzen auf dem Rathausplatz
statt. Von damaliger offizieller Seite wurde aus politischen Gründen,
das Maibaumsetzen in Hermsdorf verboten. Obwohl das Maibaumsetzen weder
eine politische, noch kirchliche Veranstaltung war und ist, passte es
nicht in das Konzept der DDR – Offiziellen. Trotzdem wurde diese alte
Tradition weiter gepflegt. Das Maibaumsetzen fand nunmehr jährlich in
privaten Grundstücken statt, teilweise auch doppelt. So zum Beispiel:
1959 – 1968 Familie Walter Remme ( Bergstübl ) Bergstrasse
1961 – 1963 Familie Günter Plötner Eisenberger Strasse ----------->
1960 Setzen im Garten 
19?? – 1983 Familie Günter Schröter / Loth Eisenberger Strasse
Weitere
verdiente Namen aus dieser Zeit, in der das Maibaumsetzen verboten war,
sind:
Kollhoff,
Manfred -
Opel, Horst -
Plötner, Günter -
Remme, Walter -
Schmidt, Karl -
Schöppe, Helmut -
Spath, Eitel -
und viele andere. |
1959
bis
1968 |
Außer den privaten Setzen spielte der Wohnbezirk "Heinrich Heine"
eine besondere Rolle. Dies belegt der Auszug aus der Festschrift zum angeblich
100. Maibaumsetzen 1969.
1959 |
Als 1958 das schon seit Jahrzehntenen in Hermsdorf durchgeführte Maibaumsetzen im Orte offiziell eingestellt wurde, setzte der Wohnbezirksausschuss II der Nationalen Front „Heinrich Heine" diesen Brauch 1959 fort.
Damit hatte der Wohnbezirksausschuss eine große historische Aufgabe übernommen, denn was die Burschen der großen Holzlandgemeinde Hermsdorf nicht mehr zu schaffen imstande waren, wollte der kleine Wohnbezirk mit eigenen Kräften meistern. Der Anfang war zwar nicht leicht, aber der Wille war vorhanden, und im Kollektiv wurden alle Schwierigkeiten überwunden. Bei diesem ersten Maibaumsetzen im Wohnbezirk wurde am 20. Juni 1959 eine 12 m hohe Fichte gesetzt bei einer Beteiligung von nur 25 Personen. |
|
1960 |
Durch diesen
bescheidenen Anfang nicht entmutigt, wurde 1960 wieder
ein Maibaum auf dem Gelände der volkseigenen Leiternfabrik gesetzt.
Diesmal hatte man eine 10 m hohe Fichte gewählt. An größere Baumriesen
wagte man sich noch nicht heran, weil die erforderlichen Hilfskräfte
fehlten. Dieses Maibaumsetzen war vollkommen verregnet und somit
auch nur 29 Personen anwesend. Umso mehr wurde der frisch gesetzte Baum im Kulturraum
in der Leiternfabrik begossen. |
|
1961 |
Beim Maibaumsetzen am 11. Juni 1961 hatten sich mehr Jugendliche
als 1960 beteiligt, so dass eine 15 m hohe Fichte aufgerichtet werden
konnte. Es hatten sich aber auch 120 Zuschauer eingefunden. |
|
1962 |
Die Vorbereitungen für 1962 wurden rechtzeitig getroffen, um mehr die Jugend zu gewinnen. So wurden zusammen mit der Nationalen Front bereits am 23. März ein Treffpunkt der Jugend und eine Jugendversammlung am 6. April abgehalten und am 14. Mai 1962 das Maibaumsetzen mit Erfolg durchgeführt. |
|
1963 |
Durch diesen Erfolg ermutigt, wurde am 3. Mai 1963 durch die Nationale Front eine Jugendversammlung einberufen, zu der sich 50 Burschen und Mädchen eingefunden hatten. Das Maibaumsetzen wurde erstmalig als Volksfest ausgeschrieben und am 26. Mai mit einer Beteiligung von 200 Personen durchgeführt. Als sichtbares Zeichen des Erfolges konnte durch eine finanzielle Anerkennung für die geleistete Arbeit des WB II einen Monat später ein Kinderspielplatz an der Waldecke zum Buchborn eingerichtet werden. |
|
1964 |
So war man 1964 schon großzügiger geworden, indem man am 10. Mai Maibaumsetzen mit Platzkonzert abhielt, dem 280 Gäste beiwohnten. |
|
1965 |
Nun gingen aber auch die Burschen des Wohnbezirkes mehr aus sich heraus. Aus dem losen Gebilde wurde am 15. Mai 1965 eine Burschengesellschaft ins Leben gerufen. Das am 23. Mai abgehaltene Maibaumsetzen war ein ausgeprägtes Volksfest mit Platzkonzert und abschließendem Maientanz mit 400 Besuchern.
Burschen |
|
1966 |
1966 wurde am 7. April mit den Vorbereitungen begonnen. Es wurden diesmal zwei Tage, am 11. und 12. Juni, gefeiert. Beim Einholen des Baumes fand ein Picknick mit Rostbratwürsten im Walde statt, ein großer Festumzug wurde veranstaltet, dazu Platzkonzert und Tanz. 560 Besucher hatten sich eingefunden. Für gute Jugendarbeit im Wohnbezirk wurde die Jugend im Wohnbezirk II vom Rat der Gemeinde mit einem Plattenspieler ausgezeichnet.
Galerie |
|
1967 |
800 Personen trafen sich zum Maibaumsetzen mit Volksfest am 6. und 7. Mai 1967. |
|
1968 |
Das nur für einen Tag, am 28. Mai 1968, angesetzte Maibaumsetzen stand unter ungünstiger Witterung, aber trotzdem waren 700 Unentwegte erschienen. |
|
1969 |
So kann nun dieses Jahr das zehnjährige Maibaumsetzen im Wohnbezirk II in alter Tradition vom 16. bis 19. Mai abgehalten werden. Damit kommt die Entwicklung des kulturellen Lebens im gemeinschaftlichen sozialistischen Denken und Handeln aller in der Nationalen Front vereinten Kräfte unter Führung der Partei der Arbeiterklasse zum Ausdruck. |
|
1969
Festschrift
von 1969
|
In
diesem Jahr feierte der damalige Wohnbezirk „Heinrich Heine“ ein
großes Maibaumsetzen.
Dieser Wohnbezirk erfasste den Bereich Heinrich – Heine – Strasse ( Gartenanlage
), Schillerstrasse, Kochwinkelgasse, Waldstrasse und Bergstrasse ( bis
„Zum schwarzen Bär“ ). Zu dieser Zeit gab es ein historisch belegtes Datum,
nachdem 1869 angeblich der erste Maibaum in Hermsdorf gesetzt wurde. Das
seit der Wende bekannte Dokument siehe oben war damals noch unbekannt.
Es kam daher zu dem Fest
>> 10 Jahre Setzen im Wohnbezirk Heinrich – Heine und 100 Jahre
Maibaumsetzen in Hermsdorf<<.
Im Prinzip war die Einbindung des Maibaumsetzens in ein Wohnbezirksfest
die geschickte Art diese Tradition wieder öffentlicher zu feiern, da gegen
ein Wohnbezirksfest kaum Einwände möglich waren oder erfolgten, da diese
ja „sozialistisch“ organisiert und durchgeführt wurden.
Weitere
verdiente Namen aus dieser Zeit, in der das Maibaumsetzen innerhalb des
Wohnbezirkes „Heinrich-Heine“ gefeiert wurde sind:
Eckardt, Kurt -
Heinrich, Otto - Heinrich,
Rudolf -
Jäger, Ulli -
Peukert, Frank -
Remme, Reiner -
Wisiolek, Richard und
viele andere. |
bis
1974 |
Die
Tradition wurde weiter im Wohnbezirk „Heinrich-Heine“ aufrecht erhalten.
Weiter aber auch noch privat in Gärten. |
ab
1975 |
Das
Maibaumsetzen wurde nur noch in kleinen Rahmen durchgeführt, da es versorgungstechnische
und organisatorische Probleme gab. Das Setzen in Privatgärten wurde auch
in diesen Jahren durchgeführt. |
1984

|
Die
Arbeiterfestspiele der DDR fanden 1984 in Gera statt. Deshalb wurde in
Hermsdorf ein großes Maibaumsetzen durchgeführt. Plötzlich passte diese
Tradition in das Konzept der Obrigkeit und konnte wieder offiziel durchgeführt
werden. Das Maibaumsetzen 1984 erfolgte mit Helmut Schöppe als Richtmeister,
der diese Funktion bis 1993 ausübte. |
1988 |
39
Fotos vom Maibaumsetzen des Jahres 1988. Das Setzen erfolgte damals wieder auf dem Rathausplatz, dieser
war noch ungepflastert. Ein Wahrzeichen der Stadt (Holzlandbrunnen)
am Ende des Platzes ist ebenso zu sehen, wie die Portale des Freiluftversuchsfeldes
im KWH. |
1992 |
Gründung
der „Maibaumgesellschaft - Hermsdorf“ unter Vorsitz von Gerd Pillau |
1993 |
1983
erfolgte die Anerkennung und Eintrag als Verein „Hermsdorfer-Maibaumgesellschaft“
e.V.
Höhepunkt zum Umzug und Setzen - Hermsdorf hatte Gäste
aus Nizza (Frankreich).
Die Blasmusikkapelle der Feuerwehr aus Nizza zog am 13.06.1993 beim Umzug
mit durch Hermsdorf und spielte zum Setzen auf. |
1999 |
Anerkennung
als gemeinnütziger Verein. |
| 31.07.2001 |
Durch
einen Sturmschaden wurde der Maibaum abgebrochen. |
2002 |
Heute
gibt es verschiedene Veranstaltungen für “Jung und Alt”, rund um das Maibaumsetzen
z.B.: Kindermaibaumsetzen, Sommernachtsball usw..
Das Maibaumsetzen dauert in Hermsdorf drei Tage und hat sich als Veranstaltung
fest etabliert, früher wurde es wie in vielen Holzlandgemeinden zu Pfingsten,
nunmehr zwei Wochen nach Pfingsten gefeiert. Es bildet den Abschluss aller
Maibaumsetzen im Holzland. Aus diesem Grund erfolgte 2002 zum Burschenball
eine Einladung an alle Maibaumgesellschaften des Holzlandes. Diese gemeinsame
„Abschlussfeier“ sollte eine neue Tradition werden.
Das Maibaumsetzen ist, neben dem Straßenfest „Alten Regensburger
Strasse“, eines der größte regelmäßigen Feste in Hermsdorf. |
| 2004 |
Im Zusammenhang mit den Vorbereitungen zur 750-Jahr-Feier von Hermsdorf wurden alte Dokumente neu geprüft. Bereits in den 1950-er Jahren hatte diese der Lehrer und Heimatforscher Werner Serfling studiert, letztlich aber nicht weiter verfolgt, da das Maibaumsetzen verboten wurde. Die im Staatsarchiv Altenburg bestätigten Unterlagen belegen eindeutig, dass in Hermsdorf die Tradition des Maibaumsetzens schon 415 Jahre gepflegt wird. Trotzdem hielt der 1. Vorstand an den bis dahin vorhandenen Unterlagen fest und so feierte man das 150-jährige Jubiläum. |
| 2005 |
Der Vorstand der Maibaumgesellschaft Hermsdorf e.V. wurde neu gewählt:
Uwe Steingrüber - Vorsitzender
Andy Herrmann - Stellvertreter
Harald Fritzsche - Schatzmeister
Roland Scholich - Richtmeister
Schriftführer - bis April 2007 Sandra Gießler, ab Mai 2007 Jens-Uwe Lüdeke |
15.02.2008
07.03.2008
Galerien
|
Die durchgeführten Vorstandswahlen mussten ohne Ergebnis abgebrochen werden,
Der Vorstand der Maibaumgesellschaft Hermsdorf e.V. wurde neu gewählt:
Uwe Steingrüber - Vorsitzender
Mike Enke - Stellvertreter
Uwe Opitz - Schatzmeister
Roland Scholich - Richtmeister
Jens-Uwe Lüdeke - Schriftführer
"Abrüsten" Baum holen Birken & Bänderverkauf Frühstück im Wald Setzen
 |
| 21.01.2011 |
In der Mitgliederversammlung am 21. Januar wählten die Burschen der Maibaumgesellschaft einen neuen Vorstand, außerdem wurde die Satzung geändert.
Der Vostand besteht nun aus:
1. Vorsitzender - Mike Enke
2. Vorsitzender - Günter Peupelmann
2. Vorsitzender - Benny Hofmann
Schatzmeister - Karsten Beier
Schriftführer - Uwe-Jens Lüdecke
Als Richtmeister wurde Roland Scholich berufen. Zu Ehrenburschen wurden Uwe Steingrüber und Uwe Opitz gewählt.
|
| April 2011 |
Ein Sturm brach die Spitze über der ersten Gabel ab. Man munkelt, es wurde so gewollt, damit die Störche dort ein Nest bauen können. |
| |
|